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 Betreff des Beitrags: Leidfiguren ?
BeitragVerfasst: 06.04.2011, 20:08 
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Moin Leute.

Als ich in Hamburg bei Stephan auf der Tour war und das Bühnenbild zu Leid(t)figuren sah, schloss sich bei mir die unvermeidliche Frage auf, auf wen oder was es sich bezog.

Bestes Bespiel war das Bild von zu Guttenberg. Wird hier jetzt die Gesellschaft kritisiert, die tagtäglich lügt, betrügt, fremdgeht usw. und gleichzeitig mit dem Finger auf alles andere zeigt, nur nicht auf sich selbst, oder bemängelt man jetzt zu Guttenberg als Beispiel einer Leitfigur, der anderen als Vorbild dienen soll und aber selbst Dreck am Stecken hat ?

Ich kann mich für meine eigene Interpretation einfach auf nicht eine von den beiden Möglichkeiten festlegen, deswegen würde ich gerne mal wissen, was ihr so darüber denkt. Vielleicht behauptet ja jetzt jemand auch, dass eine zweideutige Interpretation in seinen Augen überhaupt nicht in Frage kommt.

MfG


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BeitragVerfasst: 06.04.2011, 20:15 
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Guttenberg hat immer das verkörpert, was er selber nie war. Ein Ehrlicher Mensch.

Dazu die Textstelle mit dem Tohr der in den Spiegel gucken sollte usw^^

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Ab 31.12.2015 - Philippsiegerbesieger


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BeitragVerfasst: 07.04.2011, 01:09 
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ich glaube, er spricht eher allgemein die Haltung der Menschen an, die überall Probleme sehen und ihre Lösungen auf ander projizieren, wie diese besser leben sollten. Sie sehen Fehler der Mitmenschen und in der Gesellschaft, Politik ect und nehmen sich gerne selbst heraus. Also im Prinzip sehen sie den Splitter im Auge der anderen, aber ihren eigenen Balken nicht...was ein Phänomen ist, was jeder gern betreibt.. da ist eigentlich kaum jemand ausgenommen, mein ich.
Jeder ist irgendwo der Ansicht unschuldig zu sein und die Ursache für Missstände auf Versagen anderer beruht. Gerade diejenigen die besonders moralisch sein wollen, oder meinen es zu sein, mit nem selbstaufgesetzten Heiligenschein, meinen genau zu wissen wo es brennt und was verändedert werden muss, damit alles wieder gut wird. Eigentlich nehmen sie sich das Recht heraus Urteile zu sprechen über andere, was richtig und was falsch ist, weil sie es so für sich sehen, meinen sie dies auch auf andere zu übertragen. die Frage ist, woher sie ihre Kompetenz beziehen, also welche Instanz in ihnen glaubt sich zu erheben. Aber aus was besteht ihr Nährboden, aus dem sie ihr vermeintliches Wissen beziehen. Woher wissen sie eigentlich das der nicht genauso verseucht ist? Eigentlich macht doch jeder immer genau das, was er für sich gerade als "Gut" erachtet...sonst würde er es ja nicht genauso machen. Aus welchen Gründen auch immer, ob aus Gier, Eigennutz oder Selbstlosigkeit.
Es scheint als komme dabei immer was heraus, was an ner andern Stelle "ungesunde" Folgen nach sich zieht, es werden Verantwortliche gesucht und schuldig gesprochen.
Die Onkels haben das ebenso praktiziert wie jeder andere auch und insbesondere Kevin hat nen schönen Ankläger verkörpert...oder tut dies immer noch. Auf jeden Fall gefällt ihm das was er solange gelebt hat und auf der Bühne rübergebracht hat. Das Feedback schien ihm zudem recht zu geben und hat ihn gefördert. Ich glaube, das er sehr in seiner Rolle aufgegangen und getragen wurde und ich bin mir für meinen Teil sehr sicher, das dies sein Verhängnis ist...außerdem liebt er das Spiel mit dem Wahnsinn. Kevin Schuld für die Lage seines Zustandes zuzuweisen finde ich mehr als banal..es musste so kommen!
Ich sehe es so, dass
"Wenn der Held im Rampenlicht nicht mehr hält,
was er verspricht, wetzt die Messer, wetzt die Messer,
die da oben sind auch nicht besser.
sich klar auf die Onkels Situation inklusive Fans bezieht...und ist Eingeständnis auch der eigenen Fehlerhaftigkeit, sowie ein Appell an das entrüstete Volk auch mal selbst in den Spiegel zu blicken.

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Ahab (oder auch Ishmael):
"Wenn der Mensch zuschlagen möchte muss er durch die Maske schlagen! (...) Manchmal denke ich, dahinter ist vielleicht nix. Aber das genügt mir"
Melville, Moby Dick


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BeitragVerfasst: 12.04.2011, 14:13 
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Ich habe vorhin die Ansage zu Leidfiguren von dem Frankfurt- Konzert gehört;

"Das Lied ist an mich, wie an euch alle gerichtet, die oftmals einen Fehler machen, mit Fingern auf andere zeigen, ohne sich selbst zu hinterfragen und zu kontrollieren ob die eigene Morallatte da liegt, wo sie liegen sollte. Wir machen uns zu schnell über die Leute her, die vielleicht auch im Rampenlicht stehen und ihren Verfehlungen unterliegen und dabei vergessen wir, dass es auch nur Menschen sind, arme Trottel wie wir auch. Das soll nichts entschuldigen, das soll uns lediglich klar machen, dass wir uns selbst, tagtäglich den Spiegel vorhalten sollten."

Ich würde dann jetzt auch eher dazu tendieren, dass sich der Text auf die Seite, derer stellt, die von uns angeprangert werden, für Fehler, wie auch wir sie tagtäglich begehen.

Im Grunde genommen, kann man es sehen, wie man will.
Meine Frage, die aber immer noch nicht geklärt ist: Kann der Text oder das Bühnenbild zu Gunsten von zu Guttenberg ausgelegt werden; oder gegen seinen Gunsten ???


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BeitragVerfasst: 12.04.2011, 16:42 
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MäxMP hat geschrieben:
Ich habe vorhin die Ansage zu Leidfiguren von dem Frankfurt- Konzert gehört;

Im Grunde genommen, kann man es sehen, wie man will.
Meine Frage, die aber immer noch nicht geklärt ist: Kann der Text oder das Bühnenbild zu Gunsten von zu Guttenberg ausgelegt werden; oder gegen seinen Gunsten ???


Ich würde eher sagen es spricht gegen ihn


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BeitragVerfasst: 14.04.2011, 20:04 
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trifft finde ich beides zu...zu seinem Gunsten genauso! Gegen ihn zu wettern ist doch genau das was der w meint: mit den Finger auf andere zeigen und sich selbst nicht hinterfragen.
Außerdem was hat eigentlich das Eine mit dem Anderen zu tun?
Ich find es werden oft verschiedene Begebenheiten die für sich genommen überhaupt nix miteinander zu tun haben, in Zusammenhang gesetzt und bewertet.
Bei Guttenberg z.B: Ob er nun die Arbeit selbst geschrieben hat oder nicht, hat doch wirklich keinen Bezug darauf, wie er in seinem Amt wirkte...wie auch immer die Beurteilung in in Bezung auf seine qualitative Arbeit ist...aber dies scheint bei solch einer Offenbarung mal wieder nebensächlich. Ob die Merkel auch mal körperlich ne Prostituierte war? Iss es schlimm? Vor x-Jahren warn paar Jungs Glatzköpp, deshalb sind und bleiben sie das Böse in Person..is klar..aber stimmt: Verbreitung von Gedankengut das kleine graue Zellen anregt is gefährlich ;-)
Ich find die allermeisten Verknüpfungen echt bescheuert und versteh sie ehrlich gesagt auch nicht.

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BeitragVerfasst: 14.04.2011, 21:10 
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Beiträge: 3185
anina333 hat geschrieben:
trifft finde ich beides zu...zu seinem Gunsten genauso! Gegen ihn zu wettern ist doch genau das was der w meint: mit den Finger auf andere zeigen und sich selbst nicht hinterfragen.
Außerdem was hat eigentlich das Eine mit dem Anderen zu tun?
Ich find es werden oft verschiedene Begebenheiten die für sich genommen überhaupt nix miteinander zu tun haben, in Zusammenhang gesetzt und bewertet.
Bei Guttenberg z.B: Ob er nun die Arbeit selbst geschrieben hat oder nicht, hat doch wirklich keinen Bezug darauf, wie er in seinem Amt wirkte...wie auch immer die Beurteilung in in Bezung auf seine qualitative Arbeit ist...aber dies scheint bei solch einer Offenbarung mal wieder nebensächlich. Ob die Merkel auch mal körperlich ne Prostituierte war? Iss es schlimm? Vor x-Jahren warn paar Jungs Glatzköpp, deshalb sind und bleiben sie das Böse in Person..is klar..aber stimmt: Verbreitung von Gedankengut das kleine graue Zellen anregt is gefährlich ;-)
Ich find die allermeisten Verknüpfungen echt bescheuert und versteh sie ehrlich gesagt auch nicht.



Das die gefälsche Arbeit nichts mit seinen Qualitäten als Minister zutun hat ist sicherlich richtig.

Allerdings hat ein Minister eine Vorbildfunktion zu erfüllen und muss, um beim Volk bestehen zu können, ein Saubermann sein. Zumindest nach außen.

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BeitragVerfasst: 14.04.2011, 21:40 
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BeitragVerfasst: 25.04.2011, 16:12 
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ja das ganze Saubermann-Image Gedöns und das krampfhafte Aufrechterhalten und Festhalten find ich idiotisch und is meiner Ansicht nach Volksdummheit. Wann ist wer überhaupt sauber? DA fängts doch schon an, dass es darauf keine Antwort geben kann! Z.B haben die reinsten (was Reinheit für mich in seiner Tiefe bedeutet zumindest) Menschen die mir bislang begegnet sind nach außen hin dreckige Westen...und die sind mir tausendmal lieber als Leitfigur als jene, die brav und gewissenhaft ihre Pflichten erfüllt haben...die wollt ich nicht an der Spitze sehen, auch wenn diejenigen die gefragten sind; nen Plan haben sie evt in ihrem Hirn, in der Theorie, aber was wissen sie denn wirklich?

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 Betreff des Beitrags: Re:
BeitragVerfasst: 28.05.2013, 16:09 
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Thomas Stupan hat geschrieben:
Wollte sein, was ich nicht bin.
Ich sag es nicht gerne.
Wenn der Mond nicht mehr da ist, dann tanzen die Sterne


"Wollte sein, was ich nicht bin, ich sag es nicht gerne" lässt irgendwie vermuten, dass der W damit das "Onkelz-Korsett" meint und auf die Tatsache anspielt, sich irgendwann seelisch von der Band abgewandt zu haben, dies aber zu Band-Zeiten nicht zum Ausdruck bringen konnte, was ihn mehr oder weniger dazu zwang, etwas sein zu "wollen", was er nicht mehr war. Bei "Wenn der Mond nicht mehr da ist, dann tanzen die Sterne" ist der Mond (die Band, Kevin, die Probleme) als negativer Ballast anzusehen. Nach Auflösung der Band ist dieser Ballast abgeworfen und die Sterne können sich wieder frei entfalten und haben ein Stück Lebensfreude und Spaß an der Musik wieder.



Sehr interessant. Die Stelle mit Mond und Sterne hab ich nicht so recht begriffen, aber das scheint mir ne gute Erklärung zu sein.


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BeitragVerfasst: 25.06.2013, 16:07 
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Vielleicht sah er auch sich als "Mond", der über allen strahlt und damit die Anderen in den Schatten stellt und das wenn er nicht mehr da ist, die Anderen ebenfalls frei sind von seiner Dominanz. Wenn es so wäre spricht es für ihn, dass er sich nicht als Sonne, sondern "nur" als Mond (welcher ja indirekt (durch die Fans?) angeleuchtet wird) sieht.

Ach ja, einige Songs sind dermaßen tief, da könnte man stundenlang darüber nachdenken.

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BeitragVerfasst: 25.06.2013, 17:10 
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Sascha_G hat geschrieben:
Vielleicht sah er auch sich als "Mond", der über allen strahlt und damit die Anderen in den Schatten stellt und das wenn er nicht mehr da ist, die Anderen ebenfalls frei sind von seiner Dominanz. Wenn es so wäre spricht es für ihn, dass er sich nicht als Sonne, sondern "nur" als Mond (welcher ja indirekt (durch die Fans?) angeleuchtet wird) sieht.

Ach ja, einige Songs sind dermaßen tief, da könnte man stundenlang darüber nachdenken.


Wie rum auch immer, die Trennung scheint für alle ne Befreiung gewesen zu sein, also wenn es so gemeint ist. ;)
"Durch die Fans angeleuchtet" - das ist ja mal geil...


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