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BeitragVerfasst: 17.04.2010, 10:20 
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Sry wenn ich bissl doof Frage, aber ist das wirklich ne Frage?

Also für mich war das nie ein Punkt zum Überlegen.

Du kannst ein Risiko eingehen und es nicht schaffen, aber versuchen. Du kannst auch dir nen Ruhigen machen und nix ändern. Die Chance was zu ändern hat du nur mit einem Kleinen oder Großen Risiko

Oder gibt es da eine Super Tiefgründige Bedeutung?

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Ab 31.12.2015 - Philippsiegerbesieger


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BeitragVerfasst: 17.04.2010, 10:34 
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Die Zeile "Wer nichts wagt, kann nichts verlieren" beschreibt eine Art Lebenseinstellung. Es geht um Menschen, die ihre eigene Meinung vergessen haben und nicht mehr selber denken.
Jegliche Eigeninitiative und Motivation ist verloren, da diese Menschen durch Rückschläge anscheinend gelernt haben, dass man nichts verliert, wenn man einfach nichts wagt. Die Anklage ist dahin gehend, dass es falsch ist deshalb aufzugeben und stil auf seinem Arsch sitzen zu bleiben bzw. sich der großen Menge an zu schließen.

Vielleicht sollte man den Text mal komplett unter die Lupe nehmen, vorerst hoffe ich, dass dir damit geholfen ist ;)

MfG Roman

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BeitragVerfasst: 17.04.2010, 20:20 
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nunja... erstmal vielen dank.

vielleicht denke ich einfach zu kompliziert oder ich finde die aussage "wer nichts wagt, kann nichts verlieren" einfach nur unglücklich formuliert.

es wäre vielleicht besser gewesen, würde es heißen á la "
mach doch was aus deinem leben, dann wirst du diese schuld. dir auf dir lastet endlich los, und kannst von vorne beginnen"

viele kritiker werfen stephan ja vor, also zumindest in den onkelz texten, dass das problem zwar stets benannt wird, aber keine hilfestellung gegeben wird am Ende.

Ich finde, so wie Ihr 2 dass jetzt schreibt, hört es sich ein wenig danach an, "ich find dich scheiße, und daran wird sich nie was ändern"

... natürlich weiß ich dass es nicht so ist. Ich kam da früher immer schnell durcheinander, gerade weil es doch eigentlich heißt,

no risk, no fun.... derjenige der sich traut die dinge zu ändern,
das risiko auf sich nimmt und einen anderen weg einschlägt, der hat auch die Chance sein Verhalten zu verbessern.

Deswegen wäre doch dann viel besser, man würde sagen:

Wer was wagt, kann was (seine Schuld) verlieren"


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BeitragVerfasst: 17.04.2010, 23:33 
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Erstmal: Kein Problem.
Also meiner Meinung nach ist die Aussage schon recht treffend, zumal diese ja auch im Lied "klingen" muss.
Ich verstehe nicht so ganz, wie du ausgerechnet auf Schuld gekommen bist, musst du mir noch mal bei Gelegenheit erklären;)

Zitat:
Ich finde, so wie Ihr 2 dass jetzt schreibt, hört es sich ein wenig danach an, "ich find dich scheiße, und daran wird sich nie was ändern"


Ein wenig umformuliert trifft das vlt. sogar zu. "Ich find dich scheisse und daran wird sich nichts mehr ändern:"
Denke mal, das richtet sich an diejenigen, die schon einen gewissen Punkt überschritten haben und auch nichts mehr ändern können.
"Dein Feuer ist erloschen..."
"So wartest du aufs Ende..."

Da wir nicht genau wissen, welche Person, welches Ereignis oder was auch immer Stephan dazu bewegt hat das zu schreiben, können wir das in viele Richtungen deuten, aber ich nehme mal an, dass es mit Absicht nicht à la "No Risk, no Fun" formuliert ist, sondern eben auf negative Art.

Da das Lied demnach nichts mehr bei denen ändern kann, die angesprochen sind, kann man davon ausgehen, dass es einfach nur mal gesagt werden musste, ein von der Seele schreiben und damit abschließen.

Würde mich freuen noch mehr Meinungen dazu zu hören...

MfG
Roman

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BeitragVerfasst: 17.04.2010, 23:39 
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ich glaub man sollte auch nicht zuviel reininterpretieren.

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Ab 31.12.2015 - Philippsiegerbesieger


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BeitragVerfasst: 17.04.2010, 23:55 
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Mag sein, es ist ohnehin schwierig die eine Zeile für sich raus zu nehmen ohne den ganzen Text mit in Betracht zu ziehen. Wenn ich die Tage ein bisschen Zeit finde mach ich das Lied vielleicht mal komplett. Das gäbe auf jeden Fall eine größere Diskussionsgrundlage.
MfG Roman

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BeitragVerfasst: 17.04.2010, 23:58 
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Ich glaub mit der Zeile meint er einfach das wonach es klingt. Er hat sich bestimmt dafür nicht einene halben Tag Gedanken gemacht was es alles bedeuten könnte.

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Ab 31.12.2015 - Philippsiegerbesieger


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BeitragVerfasst: 18.04.2010, 00:22 
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Wenn überhaupt, dann hat er sich 'nen halben Tag Gedanken gemacht, wie er seinen Gedanken treffend formulieren kann.
Manchmal schreibt auch jemand in einer halben Stunde etwas, worüber andere Leute später stundenlang diskutieren können.
Wahrscheinlich haben wir hier auch schon mal so einen Text auseinander genommen, der dem W locker von der Hand ging.
Was ich damit sagen will, ist, dass Gedanken vom einen schneller in Worte gefasst, als von anderen verstanden werden.
MfG Roman

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BeitragVerfasst: 18.04.2010, 12:21 
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Das soll ja hier nicht ausarten, Onkelz ins Onkelz Forum und der W hierher.

Ich weiß garnicht ob es überhaupt Diskutiert werden muss. Die Onkelz haben halt viele Texte die du für dich selber deuten kannst. Jeder sieht das ein bissl anders und das ist auch gut so.

Ob man jetzt die alte Texte hervorholen muss und durchdiskuttieren sollte bezweifel ich mal, man muss halt auch immer gucken was das damals für ne Zeit war, was haben die Bandmitglieder damals erlebt, dadurch kann sich auch ne ganz andere Bedeutung ergeben als aus jetziger Sicht :) Und gerade wenn es um so einen "Einfach gegliederten Text geht" da gibts eigentlich nicht die Masse an Andeutungen versteckt, nimm ihn wie er ist.

Texte wo man wunderbar diskutieren kann sind dann schon ehr "Waffen & Neurosen"

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Ab 31.12.2015 - Philippsiegerbesieger


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 Betreff des Beitrags: Nr. 1) Der W Zwo drei
BeitragVerfasst: 19.05.2010, 21:32 
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Bevor das nächste Album erscheint, hinterlass ich dann doch mal meine Eindrücke zu den einzelnen Liedern ins Forum. Ich schreibe so, wie sich die Texte mir mitteilenaund beziehe mich nur so darauf, wie es jetzt für mich relevant ist. soviel vorweg, vielleicht seht ihr das ein oder andere Lied als Missverständnis oder so an, es ist für mich unwichtig was der W dabei dachte, mir gehts darum was ich davon gebrauchen kann.

Man sollte sich nicht über die Erscheinung davon täuschen lassen, wie Dinge tatsächlich sind.
Nr1)
Der W stellt sich, mit aus allen Poren strozendem Selbstbewusstsein, vor!

Er gibt Einsicht in Stilmittel und Absicht seines Wirkens, untermauert seine Aussage durch übertriebe Wortwahl sowie bildliche Darstellung.
Er möchte, schon bevor es losgeht, sich einen Kompetenzplatz bei seinen Hören sichern, vielleicht möchte er bei diesen, Öffnung, Galuben, Vertrauen bewirken, um den Weg für seine Botschaft (vor)zu bereiten. Er stellt Behauptungen über sich auf, die anhand ihrer Darstellung kredibel klingen, obwohl diese an sich noch überhaupt nix beweisen. Gleich zu Beginn gibt er dies sogar offen zu, was für sein Geschick spricht.
Inszenierte Impulse lösen intendiertes Verhalten aus, das durchaus unbewusst ablaufen kann, was für die Echtheit seiner großspurig angekündigten Kompetenz spricht und hintergründig spürbar ist.
Inhaltlich gibt er zu vertsehen, Herr über die Sprache zu sein, sich deren Möglichkeiten zu bedienen, fremd oder eigen ist dabei unerheblich, denn er nutzt diese Waffe als Mittel zum Zweck.
Zweck sei, über die Erkenntnis was Seelen quält, zu heilen. Er gibt zu dafür von dem Medium der Sprache (Schreiben) abhängig zu sein, lässt durch Ausdruck (Druck ist aus) Gift abfließen, was innebleibend erdrücken würde. Seine Medizin ist unsere, Seelen sind vom Wesen identisch, er teilt seinen Heilungsprozess mit uns (singt vor), wir können es nachmachen, zurücksingen.
Er behauptet zu entzünden was erloschen ist, heilt Gleiches mit Gleichem. Es ist seine Natur (Konstrukte) zu zerreissen und vernichten, um aus dem was dabei passiert und übrigbleibt Neues zu kreieren. Er erschafft aus Früchten des Leides Werke, die fliessend sind statt starr statisch. Da es die Essenz seines Seins ist, die direkt durch ihn wirkt, ist er nicht verschieden von Jesus, bloß weil seine Form hart und stachelig ist. Man sollte sich nicht über die Erscheinung davon täuschen lassen, wie Dinge tatsächlich sind.
Zum Schluss verrät er noch seine Vorgehensweise: er macht nur was er sowieso ist, ist bereit offen zu sein für das was er nicht ist, (noch nicht erkannt oder erfasst hat) und nutzt jenes was daraufhin kommt um sich zu komplementieren. Somit ist sein Streben lebendig und kein Phantasiekonzept, bereit die Bahn zum vollständigen Erlangen weiter freizulegen. Dies bedeuet eine auf sich Selbst (Ziel)gerichtete Konzentration, die unterstützende Kräfte mit sich bringen.

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Ahab (oder auch Ishmael):
"Wenn der Mensch zuschlagen möchte muss er durch die Maske schlagen! (...) Manchmal denke ich, dahinter ist vielleicht nix. Aber das genügt mir"
Melville, Moby Dick


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 Betreff des Beitrags: Nr. 2) Geschichtenhasser
BeitragVerfasst: 20.05.2010, 21:17 
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„Er ist ein großer, gottloser, gottgleicher Mann, dieserCaptain Ahab; er spricht nicht viel, aber wenn er spricht, sollte man die Ohren spitzen. Merke es dir, sei gewarnt: Ahab hebt sich vom gewöhnlichen Volk ab; er war auf Hochschulen ebenso wie unter Kannibalen, er hat tiefere Wunden schauen dürfen als Meerwogen, hat seine feurige Lanze mächtigeren, seltsameren Feinden ins Fleisch gestossen als Walen“
(Hermann Melville, Moby Dick)

Hab nicht so den Drang groß was drüber zu schreiben...
Bissl was zum Titel + Refrain:

Nachdem Stephan also von sich berichtet hat, bezieht er mit diesem Lied nun stark sein Außen mit ein. Er stellt Nähe zu seinen Zuhörern über Gespräch her, sowie durch Aufklärung über dessen Absicht.
Indem er das Wort „Wir“ verwendet hebt er sein Gegenüber auf seine Ebene, lässt ihn sich gleichberechtigt fühlen. Der Empfänger wird für seine Funktion vorbereitet, denn hier gibt es tatsächlich nur einen der sendet. Wiederholung betont erforderliche Aufmerksamkeit, denn der W findet seine Sendung gewichtig.
Persönlich finde ich „alles was ich sage, hilft dir nicht einzuschlafen“ unkorrekt. Treffender finde ich: „alles was ich sage, hindert dich am weiterschlafen“ Für einen bereits wachen Menschen wären seine Erzählungen Zeitverschwendung. Dieser benötigt seine Hilfe nicht (mehr). Allerdings könnte eine solche Formulierung als Herabsetzung empfunden werden, Empörung auslösen, was Kommunikation stört bis verhindert und somit eine Wirkung erziehlt, die der Absicht konträr ist.
Jedenfalls gibt er zu verstehen, dass seine Botschaften bildliche Gleichnisse sind, deren Form wie Märchen zwar ersponnen, doch in ihrem Kern Weisheiten tragen, die jederman verständlich sind. Diese Weisheiten sind Resultat der Quintessenzen seiner Lebensentdeckungen...und alles Wahre muss allgemein gültig sein, deshalb lohnt es sich das Echte zu transportieren, die eine Bewegung ist, keine Prämisse, die auf logische Erfahrungsschlussfolgerung beruht.
Der W meint zwar, dass gerade seine Erfahrungen bzgl. des Leids und dessen Überwindung Vorraussetzung ist zu lehren. (...war meine Geschichte traurig genug?) Eigentlich ist das Leid aber zur Erkenntnis nicht zwingend erforderlich, es sind halt die anderen die dies brauchen, um Kompetenz annehmen zu können. Würd ihm sonst wer zuhören?
Das Erfahrung selbst nichts aussagt, sieht man an den meisten 70Jährigen, die den Entwicklungsstand eines Kindes haben+65 Jahre bunter Lebenserfahrung, die sie gerne anderen aufoktruierend als Weisheit verkaufen. Hirnschiss ist das. Die Leute meinen etwas zu erhaschen, was man mit den Begriffen der Erfahrungsstrukturen nicht erhaschen kann. Sie versuchen mit Hilfe eines Instrumentes etwas zu verstehen, das dafür untauglich ist. Täuschungen werden für gültige Wahrheit gehalten, während die die Wirklichkeit märchenhaft ist. Bewegung lässt sich nicht einfangen! Wahrheit zu entdecken bedeutet in einer Situation zu sein, in der man nicht zustimmen oder ablehnen kann.
Das Echte kann immer bloß berühren was ihm gleich ist, das ist es was die Nähe verursacht, (...komm dir näher als du denkst..)die Gedanken nicht vermögen. Sie können nur Interpretation sein, von dem was wesentlich ist.
Es ist der Interpretationsschwachsinn, Konstruktionen, Konzepte die was anderes aus dem was ist machen, was der Geschichtenhasser ablehnt. Ihre, unsere Welten durchziehenden Strukturen sind der Tod, sie verhindern die allesdurchdringende, ewig bleibende pure Essenz zu erkennen, die Gott ist und zu sein.

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 Betreff des Beitrags: Waffen und Neurosen
BeitragVerfasst: 31.05.2010, 01:03 
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Wohnort: Frankfurt/Main
Und dass dieses Riesenungeheuer nicht zu zähmen ist, werdet ihr noch am eigenen Leib erfahren
...
Der Zusammenstoß brachte ihn dazu, dass er zusammen mit seiner Seelenqual in einer Hängematte lag. Da geschah es, dass sein blutender Körper und seine Seele ineinanderbluteten und dieses Verschmelzen machte ihn irre.“
(o.ä)
(Melville)


Das "Lied des Zweifel" gibt Gedankenfetzten einer grüblerischen aber blutleeren Gestald wieder, die, reflektierend über sich und die Welt, tiefgehende Fragen stellt. Seine Verfassung zur Erforschung ist dabei nunja irgendwie etwas ungünstig.

"Der Kampf im Innern und da draußen
Alles was sie sagen klingt wie rosa Rauschen
Am Ende meines Tunnels ist kein Licht
Tabula rasa - ich mache reinen Tisch"
Der Mensch wird mit Hindernissen konfrontiert, denen er in sich selbst und in seinem Leben, der Welt die er beobachtet, begegnet. Er registriert, dass er es mit Einflussen zu tun hat, deren Wirkung angenehm und verführerisch ist, (im Gegensatz zu klar feindlichen Gegnern) was nebulöse (Ab)Gründe verbirgt, die unerkannt im Dunkel bleiben. Der Mensch steckt orientierungslos fest; will aus diesem Zustand raus.

"Was macht mich zu dem der ich bin
Wer bin ich und wo geh ich hin
Was kann diesen Hass erzeugen
Und wie die Teufel in der Brust betäuben"
Er versucht Licht ins Dunkel zu bringen, indem er Fragen über sich, seine Probleme sowie deren Behebung stellt

"Die Last des Seins - ein hartes Brot
Wer früher stirbt ist länger tot
Ende, Amen und begraben
Aber dann in meinen Lieblingsfarben"
Er kommt zu dem Schluss: Leben ist leidvoll
Man kann sich davor schützen, indem man es zu Grabe trägt. Wo nun das Unkontrollierbare beendet ist, kann nach eigenem Gutdünken und Ermessen gestaltet werden. Das Grab wird zum Palast erhoben.

"Wir leben einfach weiter
Strecken die Hand nach der Zeit aus und wir scheitern
Holen sie ein und bringen sie hinter uns
Mit Neid, Neid und Missgunst
Wir leben einfach weiter
Strecken die Hand nach der Zeit aus und wir scheitern
Holen sie ein und bringen sie hinter uns
Mit Neid und Missgunst, Neid und Missgunst"
Zombies sitzen ihre Zeit ab, mit ner Unsterblichkeitseinstellung füllen sie ihr „Leben mit Tagen“ und wollen das Umgekehrte. Die Früchte der Angst vor dem Leben bestimmen die Qualität der verbrachten Tage. Wovor man sich schützt, gönnt man weder sich noch anderen.

"Da draußen ist nichts, nichts für mich
Das klingt so schlimm wie es ist
Nur Wünsche und Makel
Und Herzen die schlafen"
Der Mensch will was für sich beanspruchen, in Besitz nehmen, kann es aber in dieser Welt nicht finden und darüber ist er echt frustriert.
Was er sieht sind die menschlichen Ansprüche und ihr Versagen, sowie fehlende Liebe im schlafwandelnden Menschen

"Einmal noch die Sonne sehn
Ein Traum diffus, konfuser
Wünscht mir Glück, wünscht mir Glück
Vielleicht mag Gott ja keine Loser"
Ja was will er denn nun? Abrechnung? Sonne? Was klar wird ist große Unklarheit. Ein Jemand der was erreichen will woran er selbst nicht glaubt, braucht lächerliche Daumendrücker Unterstützung, Aber-Glaube brandmarkt den unsicheren Loser bereits vor Beginn.
Die „Prophezeihung“: Det wird nischts.
Diese erfüllt sich ein wenig später(yes-no)Unentschlossenheit, Zweifel, Zerissenheit sind der Tod eines jeden Vorhabens

"Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?
Soviel Blut an einem Tag wie diesem
Ein neues Lied über Hass und Liebe
Letzte Worte, Tränen fließen"
Bei dem Prozess, der zum Scheitern führte, hat der Sucher in ihm wirkende Kräfte wahrgenommen, denen er ausgesetzt in verschiedene Richtungen gerissen wird. Er hat die zerschmetternde Erkenntnis, dass sein „Ich“ eine Zusammensetzung, ein Sammelsurium (aus Meinungen, Erinnerungen, Vortellungen etc) ist und er wirklich keine Ahnung hat, wer oder was er eigentlich ist. Ein Schmerzliches Selbstgeständnis welche die Einstellung zu sich selbst fraglich werden lässt. Worte, Denkvorgänge, die Identifikationen mit sich Selbst sind, verlieren an Bedeutung..das Auseinanderpflücken seiner Selbst gleicht einem Blutbad und lässt in der Tat nur sehr wenig finden, mit dem man sich identifizieren kann - Tränen putzen die Fenster der Seele
Der einzig erste Schritt ist getan

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.08.2010, 13:13 
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[i]Welch zeiten als der sonnenaufgang mich prachtvoll anspornte , so wie der Sonnenuntergang mir Ruhe schenkte. Vorbei. Dies liebliche Licht, es leuchtet mir nicht- Alles was mir lieblich ist ward mir zur Pein, fdenn ich kanns nicht genießen. Der höchste Verstand ist mir gegeben, an niedrigem Genußvermögen jedoch mangelt es mir ; verdammt bin ich, auf schlimmste und raffinierteste Weise, verdammt in Mitten des Paradieses.


Asche zu Asche ist jedenfalls ein Lied das trifft. Nicht umsonst ist diesem Song ein eigener Tread gewidmet, indem sich Wehmut begegnet. Ich hab das Lied eher selten angehört, es bringt mich immer in eine seltsame Stille inder ich mich nicht mehr richtig spüre, die mich daran erinnert was zu tun, was mein Ich nicht will. Die Wirkung ist vergleichbar wie ein sachtes Tippen auf die Schulter mit Fingerzeig auf ne Stelle die die eigenen Augen geflissentlich missachten...mit gutem Grund...vielleicht hab ichs deshalb vermieden zu hören.
Was das Lied bei mir hervorruft kann mit den Onkels wenig zu tun haben. Zu ihrer Zeit hatte ich kaum Verbindung zu ihnen, mal hier und da ham sie mich ein Stück durch das ein oder andere Lied begleitet das mir zufällig begegnet ist, wirklich gehört hab ich sie erst nach ihrer Zeit. Allerdings gilt dies auch nur für einige Lieder, die ich mir in kurzer und intensiver Periode reingezogen hab und seitdem ad acta liegen.
Was mich so stark bewegt müsste mehr die Einstellung und Haltung sein, die hier zum Ausdruck kommt. Abschiednahme von etwas mit dem man liebend verbunden ist...mehr noch: womit die Person sich identifiziert. Eingefleischte Fans identifizieren sich sogar so stark über ihre Vorstellungen mit dem Original, dass auch sie ein Stück weit sterben wenn es geht. Mich würde mal interessieren, ob sich auch andere über das Prinzip erschrecken? Ich mein eine Identifikation mit was Scheinbarem, was Unechtem, wodurch es so belebt ist, dass es schmerzt wenn es nicht mehr ist...ein Großteil der verwendeten Aufmerksamkeit hat frei,muss neu verwendet werden...manch einer weiss sogar nichts mehr mit sich anzufangen, verwendet sie dann zum Wiederholten Schwelgen in Erinnerungen. Meine Worte drücken nicht sehr präzise aus was ich meine, aber es müsste jeder von sich kennen ( auch wenn es sich nicht speziell auf die Onkels bezieht, sondern generell) und deshalb auch so verstehen. Erschreckend weil verbrachte Konzentrationszeit für „Echtes“ verpufft für Schmodder im Vergleich dazu. Das Leben läuft an einem vorbei, während man einen Schritt daneben steht und bastelt, oder schlimmer noch sich mit der Bastelei eines Anderen beschäftigt..und der Mensch ist damit seltsamerweise äußerst zufrieden.
Asche zu Asche hat meines Erachtens nen unbeschreiblichen Tiefgang, ein Original hört auf weiter an seiner Konstruktion zu basteln, berichtet von den erschwerenden Begleiterscheinungen wie Schmerzen, den ein Bastler erfährt wenn er zu basteln aufhört.
Was bringt eine Haut dazu sich selbst vom Leib zu schälen?
Von welcher Art ist dieser Wille, der sowas fertigbringt?
Und warum? Wozu das Ganze?
Irgendwie zeigen sich Antworten mit dem was Stephan von sich gibt, ob sie sich nun formulieren lassen oder nicht, ob als flüchtige Ahnung oder wie auch immer.
Ich glaub der Akt muss selbst vollbracht werden, um be(greifbar) zu sein...nur wer macht sowas schon? und was ist dieses sowas überhaupt? Ein Prozess der Depersonifikation? Sterben von Identifikation? Wie kann jmd daran interessiert sein, sich selbst (oder ein Stück davon) auszulöschen? Und danach? Was bleibt dann noch übrig? Ist die Wahrnehmung dessen was man zu sein meinte weisser wie ein blasser Schatten?
Glaubt ihr, Stephan hatte wirklich eine Wahl? Ich bezweifle das...wenn der Apfel reif ist, fällt er. Er hatte sogar noch allerhand zu tun, um sich zu beruhigen. Sein Verstand hämmerte fortwährend ein, dass alles ok ist was geschieht, um selbst nicht zu verzweifeln. Er musste sich sozusagen selbst an die Hand nehmen, seiner Birne erklären nichts festhalten zu können. Alles was ist, endet auch. Trägt bei Beginn das Ende schon in sich, ist gleichzeitig der Beginn von was Neuem, was auch enden wird. Wandlung ist ewig und alles ist ne einzigartige Premiere, wird nie wieder so sein.
Trennung ist quasi eine folgerichtige Konsequenz des Lebens. Es war an der Zeit endlich zu beerdigen, wo das essentiell Lebendige bereits ausgelutscht war. Die Funktion der Onkels ist bereits erfüllt und ne Steigerung zur Erfüllung gibt’s nicht. Zu Verharren bzw das bereits bediente Gebilde aufrecht zu erhalten hat eher was von einer Anhaftung an Erinnerungen an die Zeiten, in der sich die Geschichte von selbst schrieb... „künstliches“ fortzuführen entspricht nicht dem Leben, das sich nicht in vorgefertigte Bahnen pressen lässt.
Eine Schlüsselstelle zum Verständnis über die Trennungsentscheidung ist ein Geständnis von Stephan, vor dem ich Respekt zolle, denn für dieses „Entblößen“ musste Stolz und Frontalgesicht abseits geparkt werden, damit das makelhafte Rückengesicht zur Schau kommt...allerdings hatte er auch hier nicht wirklich eine Wahl...er musste gnadenlos den Dreck hervorholen, um seine Seele davon frei zu kriegen.. und gerade dieses offene Präsentieren macht die Gesamtheit so wunderschön...überhaupt nimmt Stephan auf dieser Platte kaum Rücksicht auf seine Person, die im ein oder anderen Lied radikal ins Gericht genommen wird. Genau dieses Verhalten spricht mich so an, macht die Anziehungskraft aus die diese Platte im Gegensatz zu den Onkels auf mich hat.
In diesem Lied meine ich den Ausspruch: „Wort für Wort, ja all mein Tun, diente alleine unserem Ruhm (so schreib ich was ich schreiben muss, mein Abschiedsgedicht ohne Anfang ohne Mitte ohne Schluss)“
Er hat also erkannt, dass Egoismus den Impuls seines Handeln hervorbrachte. Da er sich selbst treu ist, hat er keine andere Wahl vor seiner selbst, als damit zu brechen. Man muss Abstriche machen, wenn man sich weiterhin ins Gesicht schauen möchte. Was Stephan verkörpert hat was mit Selbstrespekt zu tun. Wir können solche Menschen oft nicht gut verstehen, da die Masse nur Respekt vor ihrem Egoismus hat und treu und brav seiner Person dient.

Was ich nicht so recht verstehe, ist, wie ich den Satz: „Die Schwachen beschützen, die Starken berauben“ in Zusammenhang mit diesem Lied bekomme. Das Offensichtliche macht für mich an dieser Stelle wenig Sinn. Ich mein, was hat das mit denm Abschied von den Onkels zu tun? Kann er doch mit oder ohne diese glauben, ouder nicht? Als ob die Trennung was mit seinem Glauben zu tun hat...ist meiner Ansicht nach erst im Übertragenen Sinn auf die heilige Kostbarkeit des reinen Seins schlüssig genug, was immer schwächer wird durch die immer stäker werdende zerstörerische egoistische Kraft im Menschen, die nach Befriedigung durch Stillen von Verlangen jeglicher Art, strebt. Veränderung findet ja an erster Stelle immer in sich selbst statt. Hier setzt er an, löst sich von seinen Mustern die ihn beherrschten. Der Saft seines Egos wird heruntergedreht, zugunsten des Rest seines Lebens was mehr will als es bei bzw mit den Onkels bekommen kann. Durch Hinwendung zu Neuen unerforschten Gebieten kann Entwicklung geschehen und das was Substanz hat darf sein.


P.S.: Die Onkels haben echt ihr Potential ausgenutz ein viertel Jahrhundert ne gemeinsame Entwicklung durchgemacht und überhaupt und sowieso. Ich kann mir vorstellen, dass irgendwann dann auch mal gut is und die Geschichte sich nur noch wiederholt. Und während man sich verändert und wächst, wird’s irgendwann zu eng in der alten Form, bis man sich von ihr befreit. So ist es. kann mir auch vorstellen, dass es wahrscheinlich ist, dass diejenigen, die dieselbe alte Form bewohnten, unterschiedlich schnell wachsen und auch in ihre jeweils eigene Richtung. Und ich glaube kaum, dass jmd der selbsttreu seinen Weg geht im Laufe dessen noch viele seinesgleichen trifft...die werden immer seltener und irgendwann ist man halt allein.
Ich habe mich schon zu früheren Onkelszeiten gefragt, ob jeder in der Band lebt was gesungen wird und mir gedacht, dass es doch eher unwahrscheinlich ist denselben Horizont zu sehen. Wenn nur ein Bandmitglied nicht wirklich versteht was er präsentiert, wird die Gesamtheit unauthentisch...gerade wenn Authentizität das Fundament sein soll, wird’s doch heikel sich damit dann zu brüsten.

P.P.S.: Ihr seid besser dran, wenn ihr euch nicht um meine Meinung kümmert, unabhängig dessen, ob davon was treffen mag...sie ist wie jede andere auch aus der Begrenztheit einer Denkstruktur entsprungen, dieselbe die Ich-Verhaftung ausmacht, aber völlig Substanzlos an sich ist.

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So, jetzt wo der neue Song online ist, ich hier eigentlich nur untätig rumliege dachte ich mir, versuche ich mich auch mal an einer Interpretation.

Song: Sekte oder Selters.

Für interpretiere den Song für mich wie folgt. Viele Menschen sind auf der suche nach etwas an das sie glauben. Das kann eine der Weltreligionen, ein Gott, eine Sekte was auch immer.
Diese haben auch alle ihren Platz in dem Stück. Es geht einfach um die Verwirrung die dadurch bei vielen Menschen entsteht, an was glaub ich denn jetzt ?? Und welcher Gott ist der richtige für mich??

Für mich schwingt den ganzen Song über eine gewisse Ironie in Stephans Stimme mit. Eine Stimme die zwischen den Zeilen sagt, " Man Junge, mach dir doch nicht son kopp, glaub doch einfach an dich selbst, lasse einen Gott in dir entstehen und glaube an das was für dich wichtig ist, dann brauchst du keinen "vorgezeichneten" Gott sondern nur dich und deinen Glauben "


So jedenfalls verstehe ich den Text und so gefällt er mir auch ;)



Wie seht ihr das?

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"Was glauben sie was in diesem Land los wäre, wenn mehr Leute begreifen würden, was in diesem Land los ist?


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Find den Sinn dahinter hast du schon ganz gut rausgebracht.

Ich mach mich mal an das Geschriebene... Ich dachte mir erst immer was meint er mit "Sekte oder Selters". Ich sehe das so:
Sekte (= andere denken und lenken für dich) und Selters (= 'klaren' Kopf bewahren und für sich selbst denken, handeln, entscheiden). Is ja klar vom Spruch "Sekt der Selters" abgeleitet. Nur is in dem Sinne Selters, das angestrebte Ziel :P
Der Spruch "hab vom Beten schon Hornhaut auf den Knien" verstehe ich so, dass der Person beten nix eingebracht hat ausser Hornhaut... Im Übertragenen Sinne kann man auch interpretieren, Hornhaut vermindert den Schmerz, bzw betrügt dich um den Schmerz/die Wahrheit. Heißt du merkst garnicht wie sehr es schmerzt, aufgrund der Hornhaut die sich schon gebildet hat.

Was mir immernoch ne klar is, was mit "Manson oder Kirchensteuer" gemeint is...
Der restliche Text is ja selbsterklärend, bzw wurde von Philipp ja schon gut interpretiert. Es geht nur drum, dass man für sich selbst Verantwortlich sein sollte und sich an irgend nen Gott oder Sekte klammern sollte.Völlig egal ob Hindu, Christentum, Moslem oder sonst irgendwas. Eig sind se alle gleich und es macht keinen Unterschied wo man sich anschließt... Das interpretier ich jedenfalls, weil er gar so viele Vergleiche bringt, aller möglichen Glaubensrichtungen :P

grüße

_________________
Der Kampf mit sich selbst, ist alles was bleibt
Dummheit schlägt und Feigheit schweigt
Es wird Zeit, und jeder Kampf
Übt ein bisschen...
Toleranz!


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