Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 93 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.07.2009, 09:13 
Offline

Registriert: 03.08.2008, 18:17
Beiträge: 238
Wohnort: Ba-Wü
Radix hat geschrieben:
Für mich persönlich und so wie ich das Wort Gewalt verstehe,
muss ich als erstes sagen, ich bin froh frei von Gewalt zu sein, natürlich werde auch ich in der ein oder anderen Form verwaltet, aber dies empfinde ich nicht als Gewalt insofern, dass dieses Verwalten meine Erlaubnis hat.


Die Verwaltung hat deine Erlaubnis!? Also ich hab in letzter Zeit oft die Erfahrung gemacht das von mir Daten „verwaltet“ werden und sogar weitgegeben (weiterverkauft) wurden, wovon ich nicht mal wusste...aber bleiben wir lieber bei der „anderen Gewalt“ sonst sprengt das diesen Threat ;-)

Radix hat geschrieben:
Wohl kann ich sagen wo für mich persönlich Gewalt beginnen würde, einmal bei der körperlich genau dann, wenn auf ein Halt weiter gemacht wird und diese endet körperlich mit der Beendung der Gewalt.


Sagst du immer sofort laut Halt zu deinem Gegenüber wenn bei dir ne Grenze überschritten worden ist?! Schluckt man nicht oft einfach mal und „frisst“ es in sich hinein?

Radix hat geschrieben:
Nun kommt die andere Seite des Talers, Gewalt im geistigen Sinne ist schon ein Radio welches läuft, ein Fernseher den ich nicht abstellen kann, ja alle Störfelder dieser schönen Welt.
Wo die beginnt lässt sich gar nicht so leicht sagen, da es immer von meiner Laune abhängt, was da zu einem Störfeld wird, diese Gewalt endet wenn ich zufrieden, entspannt, ja konzentriert bin.


Schöne Beschreibung ...wenn ich zufrieden bin.
Somit wäre bei dir das Ende der Gewalt wenn du mit dir im Frieden bist. Dann wäre aber die Aussage doch das die Gewalt in dir selber statt findet???


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Gewalt....
BeitragVerfasst: 01.07.2009, 09:39 
Offline

Registriert: 03.08.2008, 18:17
Beiträge: 238
Wohnort: Ba-Wü
SophieNeveu hat geschrieben:
...Genau das ist der Punkt, Gewalt entsteht wenn man sich hilflos fühlt...


Hmmm...ich finde man kann sich auch in Situationen Hilflos fühlen wenn keine psychische oder körperliche Gewalt auf einen ausgeübt wird ob man dann darauf selber mit Gewalt reagiert entscheidet ja jeder Mensch für sich selber.

Meist fühlt man sich ja Hilflos wenn man Entscheidung treffen muss. Entscheidungen die einem in seinem Leben betreffen und beeinflussen, die man Entgültig auch nur selber treffen kann.
Wenn man aber mal ehrlich zu sich selber ist, kann einem da auch niemand von außen wirklich helfen, man kann unterstütz werden, Vorschläge erhalten aber die Entscheidung liegt bei jedem selber.
Somit ist man eigentlich auch nicht Hilflos, denn man kann wenn man auf sich selber hört die Entscheidung auch ohne die anderen fällen. Denn ich muss auch damit leben.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.07.2009, 09:44 
Offline

Registriert: 08.04.2007, 11:16
Beiträge: 849
>Die Verwaltung hat deine Erlaubnis!?

Ja, in Form von Verträgen und Gesetzen und was es da noch so alles gibt.

>Sagst du immer sofort laut Halt...?

Ich bin in der glücklichen Lage, dass die körperliche Gewalt, für mich nicht wirklich existiert, was mit meiner ausgefüllten Zeit zu tun haben könnte.
Aber ja, ich tat es in jungen Jahren und werde es, so es denn sein muss, auch in späteren Jahren tun.

>Gewalt in dir selber statt findet???

Wie gesagt, bei der geistigen Gewalt hängt es immer von meiner Laune ab.

_________________
Nosce te ipsum et desines ipse esse.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.07.2009, 09:59 
Offline

Registriert: 03.08.2008, 18:17
Beiträge: 238
Wohnort: Ba-Wü
*n* hat geschrieben:
ganz entscheident empfinde ich als erstes -Aufklärung-.
"ich" muss die ganzen zusammenhänge verstehen lernen.


Aufklärung ist ein guter Ansatz, nur muss man da auch erst mal „gehör“ finden bei den anderen...
Anderen Menschen dazu bringen überhaupt darüber Nachzudenken ist ja schon schwierig.
Die anderen ganzen Zusammenhänge verstehen lernen wollen?!
Puhh ein hohes Ziel....
Ich als einzelne Person finde es schon schwierig manche Zusammenhänge zu verstehen, und ich habe Interesse!!!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.07.2009, 10:02 
Offline

Registriert: 03.08.2008, 18:17
Beiträge: 238
Wohnort: Ba-Wü
Radix hat geschrieben:
>Sagst du immer sofort laut Halt...?

Ich bin in der glücklichen Lage, dass die körperliche Gewalt, für mich nicht wirklich existiert, was mit meiner ausgefüllten Zeit zu tun haben könnte.
Aber ja, ich tat es in jungen Jahren und werde es, so es denn sein muss, auch in späteren Jahren tun.


...und bei der Psychischen Gewalt, Worte die zu dir gesagt und oder geschrieben werden?! Die oft verletztender sein können als körperliche Gewalt.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.07.2009, 10:18 
Offline

Registriert: 08.04.2007, 11:16
Beiträge: 849
>..und bei der Psychischen Gewalt, Worte die zu dir gesagt und >oder geschrieben werden?! Die oft verletztender sein können >als körperliche Gewalt.

Wirken tun solche Gewaltakte natürlich, doch halte ich inne und frage mich, ist die Beschuldigung wahr oder falsch ?

Wenn sie falsch ist, juckt es mich kein bisschen mehr und mein Gegenüber lasse ich stehn oder, ich versuche ihn in Widerspruche zu verwickeln, um ihm klar zu machen, dass er im Unrecht ist, hilft das nicht, nun Adios.

Ist die Beschuldigung aber wahr, so frage ich mich, warum sie mich verletzt ? In diese Situation bin ich noch nicht wirklich gekommen und wenn doch, so versuche ich rauszufinden warum mich die Wahrheit verletzt und ändere mein Verhalten der Wahrheit zugute.

_________________
Nosce te ipsum et desines ipse esse.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Gewalt....
BeitragVerfasst: 06.07.2009, 22:22 
Offline

Registriert: 16.06.2009, 13:04
Beiträge: 31
Scholli hat geschrieben:
SophieNeveu hat geschrieben:
...Genau das ist der Punkt, Gewalt entsteht wenn man sich hilflos fühlt...


Hmmm...ich finde man kann sich auch in Situationen Hilflos fühlen wenn keine psychische oder körperliche Gewalt auf einen ausgeübt wird ob man dann darauf selber mit Gewalt reagiert entscheidet ja jeder Mensch für sich selber.

Meist fühlt man sich ja Hilflos wenn man Entscheidung treffen muss. Entscheidungen die einem in seinem Leben betreffen und beeinflussen, die man Entgültig auch nur selber treffen kann.
Wenn man aber mal ehrlich zu sich selber ist, kann einem da auch niemand von außen wirklich helfen, man kann unterstütz werden, Vorschläge erhalten aber die Entscheidung liegt bei jedem selber.
Somit ist man eigentlich auch nicht Hilflos, denn man kann wenn man auf sich selber hört die Entscheidung auch ohne die anderen fällen. Denn ich muss auch damit leben.


ja, du hast recht, es gibt situationen wo man sich hilflos fühlt ohne dass es druck ist, also ohne dass die existenz bedroht ist(job zb.).aber das ist eine andere gewalt, es ist eine wo du nicht die angst hast alles zu verlieren.
wenn einer zu dir kommt und dich provoziert, kannst du dich prügeln oder davongehen und dir deinen teil denken. aber wenn der chef dich trangsaliert und du aber auf den job angewiesen bist, dann kannst du nicht zurückreden oder davonlaufen, dann musst du funktionieren.und dann bist du immer still und steckst alles ein.da stellt sich dann die frage ob du fähig bist, das alles wegzustecken.

_________________
"Glauben Sie an Gott?-Nein, nur an den Menschen und das er manchmal liebenswert sein kann!"
"Wir sind, wen wir beschützen, denke ich, und wofür wir kämpfen!"


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Gewalt....
BeitragVerfasst: 07.07.2009, 11:25 
Offline

Registriert: 03.08.2008, 18:17
Beiträge: 238
Wohnort: Ba-Wü
SophieNeveu hat geschrieben:
ja, du hast recht, es gibt situationen wo man sich hilflos fühlt ohne dass es druck ist, also ohne dass die existenz bedroht ist(job zb.).aber das ist eine andere gewalt, es ist eine wo du nicht die angst hast alles zu verlieren.
wenn einer zu dir kommt und dich provoziert, kannst du dich prügeln oder davongehen und dir deinen teil denken. aber wenn der chef dich trangsaliert und du aber auf den job angewiesen bist, dann kannst du nicht zurückreden oder davonlaufen, dann musst du funktionieren.und dann bist du immer still und steckst alles ein.da stellt sich dann die frage ob du fähig bist, das alles wegzustecken.


Die größte Hilflosigkeit habe ich in einer ganz anderen Situation erlebt. Aber das ist ja nicht das Thema ;-)
Aber gut, bleiben wir bei Dir, ich weiß nur das von dir was du geschrieben hast.
Ich habe meine „Ausgleich“ in meiner Freizeit gefunden damit ich meinem Job „wegstecken“ kann. Es ist nicht die Frage ob ich das alles wegstecken kann sondern wie man es schafft. Denn auch ich brauche meinen Job.
Davonlaufen ist nie eine gute Idee, aber Konsequenzen zu ziehen. Alternativen suchen und die Energie die man hat da rein zu stecken wo es sich lohnt. Fortbildungen, Abendschulen, Bewerbungen schreiben, zweite Ausbildung usw. usw.
Wenn zu mir jemand sagt „das schaffst du nicht oder das kannst du nicht“ dann habe ich immer genau DAS geschafft oder getan ;-)) Hör dir mal wieder BO „Wen du wirklich willst“ an!!!
Denn was du aus Dir und deinem Leben machst, wie du lebst und das Leben siehst ist alleine Deine Entscheidung und Dein persönlicher Weg. Gewalt kann auch immer nur entstehen wenn es ein „Opfer“ gibt. Lass dich hier nicht zum Opfer machen!!!!
Und du wirst dich dann auch nicht mehr Hilflos fühlen.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Gewalt....
BeitragVerfasst: 07.07.2009, 20:05 
Offline

Registriert: 16.06.2009, 13:04
Beiträge: 31
Scholli hat geschrieben:
SophieNeveu hat geschrieben:
ja, du hast recht, es gibt situationen wo man sich hilflos fühlt ohne dass es druck ist, also ohne dass die existenz bedroht ist(job zb.).aber das ist eine andere gewalt, es ist eine wo du nicht die angst hast alles zu verlieren.
wenn einer zu dir kommt und dich provoziert, kannst du dich prügeln oder davongehen und dir deinen teil denken. aber wenn der chef dich trangsaliert und du aber auf den job angewiesen bist, dann kannst du nicht zurückreden oder davonlaufen, dann musst du funktionieren.und dann bist du immer still und steckst alles ein.da stellt sich dann die frage ob du fähig bist, das alles wegzustecken.


Die größte Hilflosigkeit habe ich in einer ganz anderen Situation erlebt. Aber das ist ja nicht das Thema ;-)
Aber gut, bleiben wir bei Dir, ich weiß nur das von dir was du geschrieben hast.
Ich habe meine „Ausgleich“ in meiner Freizeit gefunden damit ich meinem Job „wegstecken“ kann. Es ist nicht die Frage ob ich das alles wegstecken kann sondern wie man es schafft. Denn auch ich brauche meinen Job.
Davonlaufen ist nie eine gute Idee, aber Konsequenzen zu ziehen. Alternativen suchen und die Energie die man hat da rein zu stecken wo es sich lohnt. Fortbildungen, Abendschulen, Bewerbungen schreiben, zweite Ausbildung usw. usw.
Wenn zu mir jemand sagt „das schaffst du nicht oder das kannst du nicht“ dann habe ich immer genau DAS geschafft oder getan ;-)) Hör dir mal wieder BO „Wen du wirklich willst“ an!!!
Denn was du aus Dir und deinem Leben machst, wie du lebst und das Leben siehst ist alleine Deine Entscheidung und Dein persönlicher Weg. Gewalt kann auch immer nur entstehen wenn es ein „Opfer“ gibt. Lass dich hier nicht zum Opfer machen!!!!
Und du wirst dich dann auch nicht mehr Hilflos fühlen.


Was mich betrifft - ich sehe mich nicht als Opfer. Ich habe viele Pläne. Ich werde mich auch neben der Arbeit weiterbilden. Ich habe bereits eine gute Ausbildung. Ich könnte wieder einen Job finden wenn es eng wird.Aber an das denke ich noch nicht, denn ich gebe nicht so leicht auf.
Das was mich so aufregt ist das, dass wir heute, egal ob wir gut oder schlecht im Job sind, verzichtbar oder essentiell im Betrieb sind, einfach nicht die Möglichkeit haben, Dinge anzusprechen und Werte hochzuhalten, ohne sanktioniert zu werden. Heutzutage will keiner mehr Unbequemlichkeiten hören, auch wenn sie der Wahrheit entsprechen.
Es geht mir oft an die Substanz, aber im Vergleich zu anderen die weniger privilegiert sind wie ich, sprich kein so gutes Gehalt haben und weniger Sicherheit, habe ich viel mehr Handlungsspielraum. D.h. ich kann mich immer noch trauen meine Meinung sagen ohne dass ich mich fürchten muss dass ich nächste Woche nix zu fressen hab, denn ich kann jedes Monat was weglegen und kann mir ein Polster schaffen.
Meine frage ist die, wie gehts Leuten die 50-60h pro Woche arbeiten und trotzdem nur 600 netto verdienen (ja das gibt es!!!), die auf diese scheiss hackn auch noch angewiesen sind, und weder Geld noch Zeit für eine Weiterbildung haben? Die auch nicht vom Amt unterstützt werden?
Wie kann ich hergehen und zu denen sagen seid keine Opfer mehr, wenn sie nichts tun können um etwas zu verändern?
Kündigen -->nix zu fressen und kein Dach über dem Kopf
Weiterarbeiten-->keine Zeit und Kraft um Abendschule zu machen, kein Geld dafür, und meist auch noch so miese Dienstzeiten dass es nicht vereinbar ist(Supermarkt).
Klar gibt es noch das Argument man kann am Wochenende lernen/Kurs machen, aber Leute die ohnehin schon jeden Tag ums überleben kämpfen müssen, haben kaum noch Kraft um sich am Wochenende aufzuraffen, bzw. müssen einen zweiten Job machen um zu überleben.Traurig aber wahr.
Was ich so mies daran finde? Dass die Chefs die Not und Abhängigkeit ausnutzen um die Mitarbeiter zu erpressen! Das finde ich so derart menschlich verwerflich, dass es mich ankotzt. Das genau ist der Punkt wo ich sage, das ist die Definition der Hilflosigkeit. Wenn ich mich nur mehr zwischen Not und Überforderung entscheiden kann.

_________________
"Glauben Sie an Gott?-Nein, nur an den Menschen und das er manchmal liebenswert sein kann!"
"Wir sind, wen wir beschützen, denke ich, und wofür wir kämpfen!"


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08.07.2009, 10:53 
Offline

Registriert: 10.01.2007, 18:08
Beiträge: 698
Wohnort: Kassel
Mein SoWi-Lehrer hat mal gesagt

Gewalt (egal welcher Art) beginnt dort, wo ich die Freiheit eines Anderen einschränke.

_________________
Wenn ich sage ICH VERSTEHE heißt das nicht, dass ich EINVERSTANDEN bin, nicht mal DASS ich verstehe, nicht mal dass ich ZUHÖRE. Ich sage es nur weil ich glaube dass es die Leute glücklich macht und mehr will ich gar nicht.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28.07.2009, 09:08 
Offline

Registriert: 08.04.2007, 11:16
Beiträge: 849
Was macht Herrschaft aus, wer hat Vorschläge ?

Ich fange mal an.

-Der Herrscher glaubt sich höher gestellt als andere.
Womit er anderen die Würde nimmt, oder aber, er glaubt eine Überwürde zu haben.
-Er glaubt klüger zu sein als andere und weiss besser was gut ist.
-Er erhofft sich einen Vorteil gegenüber der Allgemeinheit.
-Er glaubt nicht an die Freiheit.

_________________
Nosce te ipsum et desines ipse esse.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 06.09.2009, 03:58 
Offline

Registriert: 19.09.2008, 16:16
Beiträge: 236
Wohnort: Frankfurt/Main
Ich bin mal so frei das Forum zu benutzen um ne Schreib oder Kommunikationsblockade in mir zu lockern...ich sitz schon quasi den ganzen Tag starr vorm leeren Blatt, in meinem Kopf dicke Nebelschwaden, die verhüllen was ich raus haben will. Vielleicht kommt in Fluss wenn ich einfach anonym bin und unbefangen drauflosschwätz...selbst das ist grad mühsam:(
Also jetzt ist der Zeitpunkt den Beitrag zu überspringen!

Ich denk meine Beklemmung hat mit Gewalt zu tun...ich versuche mich mit meinem Vater auseinanderzusetzten - was kommt ist fassungslos...Eingriff ins Nichts...Achselzucken...Blick in ne karge Wüste zwischen uns. Ich find das schon bedenklich, wie wenig Bezug ich zu meinem Papa hab...mir macht das grad schon etwas Angst...ich ertrag seine Nähe nicht..es ist irgendwie beklemmender als das Verhältnis zu meiner Mutter, was im Grunde keins ist oder wenn ein miserables..aber mit ihr hab ich mich auseinandergesetzt. Ich kann sagen ich hab ein ganzes Regiement an Grausamkeit in Kindheit und Jugend kennengelernt...Gewalt in allen möglichen Facetten, Übergriffe der verschiedensten Art, Lieblosigkeit und Missachtung als permanentes Mantra, das über Demütigung, Erniedrigung, Häme, Scham, Aus-und Benutzung, Selbstzermürbung usw bis zu den physischen Schlägen (keine Prügel) handelt, die ich eher als Genugtuung empfand, da die elterliche Hilflosigkeit dabei so wahrhaft offensichtlich ist...denn meist war die Boshaftigkeit eher subtil...(z.B forderte meine Mutter mich auf sie zu tösten als ich den Tod meiner Freundin miterlebte, da ich sie ohne sie nie kennengelernt hätte (wir waren damals Säuglinge), der mit 7 bereits geschmissene Haushalt war nie ok, oder mein Geburtstag gehöre eigentlich ihr, da sie an dem Tag gelitten hat o.ä. ich kann mich an eine Situation erinnern wie ich schon als 3-jährige Freunde unterdrückt hab, damit sie mir nicht missgönnt und vernichtet werden kann...ich hab schon früh gelernt mich quasi über mehrere Schachzüge vornweg zu manipulieren, um mein Selbst zu schützen, was so schon ganz früh nicht Sein durfte. Ich fand die kleinen permanenten Stressfaktoren viel zermürbender als die Knaller (die waren gewohnt und brachten irgendwie Erfrischung)
Schlimm war, dass ich mich nicht mitteilen konnte...ich war so erstickt, funktionierte irgendwie im Außen, dass ich viel zu starr war mich irgendwie auszudrücken. Wir haben auch früh eingeflößt bekommen nichts familiäres preiszugeben...was sollte ich auch sagen wenn Freunde lauthals über Verhalten ihrer Eltern schimpften, was ich als geradezu wohltätig empfand...ihren Schmerz durch mein vernichtend größeren nihilieren? Beim wem-gehts-dreckiger-Battlement was so groß in Mode ist mitmischen??Ne Danke, ich war froh dass ich draußen stressfrei existieren durfte und mir bloß die "lächerlichen" Klagen von anderen reinziehen und lindern konnte.
Mit der diktatorischen Art und wie geschickt meine Mutter andere für ihre Zwecke missbraucht hab ich zwar eine schlimme Zeit verbracht, doch im Nachhinein bin ich doch dankbar...ich hab unglaublich viel gelernt. Nicht wie man meinen könnte, denn meine gesamte Entfaltung, Wissensdrang und Entwicklung wurde auf massive Weise unterdrückt und eingeschränkt...daran arbeite ich nun...geht auch...es gibt immer eine Lösung!!
Ich habe gelernt wie Menschen funktionieren, eine perfekte Anleitung zum Unglücklichsein in die Hand bekommen und Negativerfahrung umgekehrt. Ich bin dabei Gegensätze zu vereinen, annehmen, was ich abgeleht hab und sowas...
Und jetzt komm ich zu meinen Vater. Offensichtlich war für mich immer meine Mutter Übeltäter...meinen Vater hab ich bloß als arme Sau empfunden, die sich knechten lässt, ausfühendes Organ...ich hab zwar seine willkürlich cholerische Art und Jähzorn zu spüren bekommen, wenn er beim Vollstrecken des Willens meiner Mutter bei mir nicht weiter kam, doch er tat mir wirklich leid.
So sitz ich hier und muss anscheind langsam der Tatsache in die Augen schauen, dass es die stumme, kriecherische Demut meines Vaters ist, was mich nicht vergeben lässt. Meine Konzentration lag bislang ganz woanders. Ich hab die zerstörerische Tragweite feigen Hinnehmens unterschätzt..ich war blind und baute mir ne Illusion in der mein Vater Opfer ist. Wie dumm von mir zu glauben ich bräuchte sie..
Funktion..was ist die Funktion??Jeder hat eine Funktion..Hitler hatte seine Funktion gelebt..er war das, wovon er überzeugt war...kann man Einem sein soSein denn wirklich übel nehmen...??Macht keine Angst...was mir stilles Entsetzen über den Rücken jagt, ist feiges Hinnehmen..sich verleugnen, funktionieren..blinde Folgsamkeit.. Verantwortung von sich schieben.. Ist sowas etwa keine immense Gewalttat? Was macht das Übel wirklich aus? Der Keim? Nahrung, Platz, essentielle Faktoren zum gedeihen? Die Resonanz?
Es bleibt die Frage wie soll ich jmd vergeben, den ich nicht kenne...wo war er denn all die Jahre? Ich mein damit, dass keine Persönlichkeit sichtbar ist...alles nebulös dicht..wie die Agenten von Matrix, die Grauen in Momo...aber ich brauche diesen Teil hinter der Kopie...um ihn zu integrieren, um zu heilen...wie find ich dich? Wie find ich mich?Hinter dem Schutzschild.. dahinter..aufdecken, vertrauen trauen...

_________________
Ahab (oder auch Ishmael):
"Wenn der Mensch zuschlagen möchte muss er durch die Maske schlagen! (...) Manchmal denke ich, dahinter ist vielleicht nix. Aber das genügt mir"
Melville, Moby Dick


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.11.2009, 14:18 
Offline

Registriert: 03.08.2008, 18:17
Beiträge: 238
Wohnort: Ba-Wü
*n* hat geschrieben:
gibt`s denn schon meinungen zur „voice versus violence"- aktion?


Würde mich auch Interessieren ;-)

Hab mir alles dazu durchgelesen was ich finden konnte.
Respekt an Stefan Weidner das er das macht!!!
Und trotzdem oder gerade deswegen Frag ich mich immer noch mehr ob man nicht "noch" früher ansetzen sollte um Gewalt zu verhindern.

Wo wir ja irgendwie immer noch am Beginn meiner Frage sind...Wo beginnt Gewalt...


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.11.2009, 11:58 
Offline

Registriert: 08.04.2007, 11:16
Beiträge: 849
Aber man kann doch „stark“ sein nicht verhindern, denn genau das „wie stark bin ich“ ist doch die Gewalt, wie weit komme ich mit ihr ? Irgendjemand muss da hinhalten,also ich rede jetzt von der jüngeren Generation. Es gehört dazu, es ist das Ausloten der eigenen Grenzen.

Ja natürlich, ab einem bestimmten Punkt in der Zeit, sollte eigentlich das Gehirn anfangen zu arbeiten, tut es dies nicht, so liegt entweder eine Krankheit vor, oder aber es ist etwas gründlich schief gelaufen in derjenigen Umgebung, in der ein Störenfried sein Unwesen treibt.

Ich denke wenn überhaupt, sollte man Kindern klar machen –sagen wir es wäre eine Prügelei auf dem Schulhof- dass es eine Grenze gibt, die eben dort liegt, wo es destruktive Folgen hat, weil es eben destruktiv ist. Das gilt für tote sowie für lebendige Materie.

Es spielt soviel eine Rolle… also Hut ab, vor „voice versus violence“!

_________________
Nosce te ipsum et desines ipse esse.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.11.2009, 13:01 
Offline

Registriert: 03.08.2008, 18:17
Beiträge: 238
Wohnort: Ba-Wü
Radix hat geschrieben:
Aber man kann doch „stark“ sein nicht verhindern, denn genau das „wie stark bin ich“ ist doch die Gewalt, wie weit komme ich mit ihr ? Irgendjemand muss da hinhalten,also ich rede jetzt von der jüngeren Generation. Es gehört dazu, es ist das Ausloten der eigenen Grenzen.

Es spielt soviel eine Rolle… also Hut ab, vor „voice versus violence“!


Was ist mit der Gewalt die der Mensch gegen sich selber richtet?
Sich selber zufügt, wo lotet er da Grenzen aus?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 93 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7  Nächste


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu: