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 Betreff des Beitrags: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 18.03.2013, 16:30 
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ich selbst bin nicht in deutschland geboren und habe auch keinen deutschen pass, die beziehung zu meinem eigenen land (albanien) ist gespalten; ich "liebe" die berge, landschaften und den ganzen scheiß auch, aber der ganze balkan sieht identisch aus, von daher kann ich nicht von etwas individuellem sprechen, da nun mal alle berge aus stein sind, auf allen wiesen gras wachsen und das wasser der seen dort halt aus dem mittelmeer stammen.

politisch ist albanien bankrott. zuviel korruption, zuviele höhergestellte die die medien manipulieren, diejenigen die für ideale kämpfen kleingehalten werden, aber das ist auch in jedem staat der welt genauso.

nun kommen wir zum zwiespalt: wie kann man auf boden stolz sein? oder den himmel der sich über das land erstreckt? wie kann man auf einen zufall stolz sein? das ist wie die liebe zu den eigenen eltern; oft erzwungen oder vielmehr einfach nur vorhanden. oder die liebe zum fußball-club. meistens trägt man den club im herzen, mit dem man verwurzelt ist, aber das ist doch eher willkürlich und hat doch nix mit individualismus zu tun, oder?

ich möchte aber nicht nur, dass sich meine meinung hier durchsetzt, bin eh ein schriller vogel. deswegen sollen auch hier genug "deutsche" zu wort kommen die sich denken: "nee, nee, kol! hier gibts noch mehr worauf man durchaus stolz sein kann!" - da mich wirklich interessiert wie patriotismus entsteht und wie er gelebt wird.

also in albanien, wie in den meisten ländern der welt auch (ausser deutschland), steht die liebe zum eigenen land ganz oben. albanien wird oft in den neueren liedern thematisiert, aber ganz besonders in der folklore, die größtenteils gecovert werden. mich kotzt das mittlerweile total an, da ichs nicht mehr sehen und hören kann. zumal ich denke, dass eine solche kultur, die patiotismus propagiert oft auch nationalisten schaffen wird. die liebe zur nation, die liebe zu einem zufall, der einen in dieses oder jenes fleckchen der erde hingeschißen hat, das klingt für mich absurd und total irrational. tiere oder indigene völker kennen keinen nationalstolz. aber die liebe zur natur, dem boden und der tierwelt.

die erde ist ein guter ort!


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 20.03.2013, 01:24 
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Hi kol,

ko(o;-)l von Dir dieses Thema anzusprechen...

Ich möchte versuchen zu erklären, welches Verständnis ich für diese Begriffe erlernt habe.
Hoffentlich ist genügend Input, für Dich,dabei.
____

90
Minuten ein Fußballspiel.
90
Das Jahr als "wir" in Italien Weltmeister wurden.
90
Deutschland ist größer als die Bundesrepublik. 03.10.

War 10 Jahre alt.
Fußball im Verein und mit den Jungs, die mit uns spielen durften.

Die meisten trugen Trikots ihrer Nationalhelden und den Farben der elterlichen Heimat.

Das Hochhaus in dem ich seit 2 Jahren lebte, war nur zu einem schwachen Drittel mit Deutschen bewohnt. Mir scheint es selbstverständlich, den Hausmeister dazu zu zählen.

Aber es war eher vorteilhaft für uns. Die Mannschaften ließen sich leichter aufteilen.

Cutszene:

Jugoslawien gab es nicht mehr.

Plötzlich: Ustaschas, Tschetniks, Bosnier und weiß der Teufel.

Freunde sprachen nicht mehr miteinander.
Nein, Freunde ist das falsche Wort...

...Kinder, die gestern noch miteinander spielten, übernahmen Probleme, die 4000 Kilometer entfernt stattfanden.
_________

CS:

Ich vertiefe mich in das Thema,
wenn Interesse besteht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 20.03.2013, 16:48 
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Registriert: 21.08.2006, 13:02
Beiträge: 1866
xxx hat geschrieben:
Ich vertiefe mich in das Thema,
wenn Interesse besteht.

jo,mach ma'.ich lese hier mit.
patriotismus,als gefühl, ist auch für mich fremd.vielleicht,weil ich's nie vorgelebt bekam,oder weil ich nie irgendwo zuhause war.

_________________
Dein Gehirn ist ein guter und zuverlässiger Diener, aber ein schlechter Herr.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 23.03.2013, 03:01 
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Es war lässig und nichts Wertendes dahinter.
Das mit den Jugos ist ein anderes Kapitel, welches noch einfließen will.

Im Großen und Ganzen verband uns der Umstand im selben Haus zu leben, unsere Eltern Arbeitskollegen waren und noch andere gemeinsame Interessen und Begebenheiten, mehr, wie dass wir uns als Unterschiedlich betrachtet hätten.

Klar war es nervig, wenn ein Muslim gegen unsere Essgewohnheiten war, in der Minderheit dann den Gang eingelegt hatte, der schlicht als versuchte Überheblichkeit statt fragend Hilflos zum Resultat hatte.

Darüber hinaus gibt es in unserer Stadt ein Kinder und Heimatfest, zu dem Kids dazu genötigt werden, in Absprache mit der Organisation und der Schule, kostümiert teilzunehmen.

So etwas verbindet, irgendwie.

Die wenigsten konnten sich mit Deutschland als Heimat anfreunden, wenn deren Eltern wo anders ihre Wurzeln hatten.
Doch unsere Hood war unser Zuhause - Heimat.

Darko,Mohammed, Roberto, Markus und Roland gehörten genau so zu dem Begriff Heimat, wie eben alles andere was das Auge erfassen konnte, von der eigenen Wohnung aus(selbst wenn sie gemietet war).
____________
Cutscene

In vielen Großstädten ruled der Trend, stolz auf diese zu sein.

Geht auf ein Konzert und lasst Euren Liebling den Namen Eurer Stadt ins Mikro brüllen. Das was dann empfunden wird ist in etwa so etwas wie Patriotismus.

Wenn Euer Bundesland bei der innerdeutschen Pisastudie nicht voll abkackt und ein kleines bisschen Erleichterung sich breit macht, könnte es unter Umständen eine Emotion aus der Ecke sein.

Gewinnt Euer Heimatland mal endlich einen Weltkrieg ... nö Quatsch, mir fällt nur gerade keine Steigerung ein, ohne an Fußball zu denken, daher gehe ich in die andere Richtung:

20 Meter von Euch entfernt lebt der Typ, der ein oder dass Mittel gegen Krebs entdeckt hat, oder 18 Jungfrauen gehäutet hat, vollkommen egal.

Es fühlt sich nahe an.

Solange der Stolz sich nicht auf seinen Ursprung, die Stelzen bezieht und etwas wie "darüber stehen" ausstrahlt, kann das voll in Ordnung gehen, mit Verantwortungsgefühl für seine Umgebung und Gemeinde.

Nicht das ich glaube, dass Menschen ohne dieses Programm nicht dazu in der Lage sind, konstruktive Beiträge an der Gesellschaft zu leisten, aber die Motivation findet meiner Meinung nach auf einer anderen Ebene statt.

Ich verstehe es, wenn man auf Zufälle nicht stolz sein kann und will. Mir macht es keinen Spaß ein Spiel zu Gewinnen, nur weil ein unglücklicher Umstand den Gegner verlieren lies.

Irgendwie glaube ich dass lediglich das Wort "Stolz" so einen dumpfen Nachhall hat.

Es klingt so mächtig und meint wohl doch nur etwas was Kinder als Geborgenheit empfinden.
_________

Ich muss morgen früh raus, daher

fin

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 24.03.2013, 14:22 
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gelesen.
ich lese ebenso wertfrei,wie du schreibst,du musst es also nicht betonen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 24.03.2013, 20:01 
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Das „nicht Wertend“ bezog sich auf die Empfindung des bereits Geschriebenen...
-nicht auf Dein Post;-)

Hab' doch niemanden vorzuschreiben wie etwas zu empfinden ist :-P

Sprich, niemand hat sich damals besser/schlechter fühlen müssen, nur wegen der Herkunft.

Schräg wurde es, wie bereits erwähnt, erst als der Terror auf den Balkan losging.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 24.03.2013, 20:29 
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Zitat:
Das „nicht Wertend“ bezog sich auf die Empfindung des bereits Geschriebenen...
-nicht auf Dein Post;-)
ich weiß xxx,ich weiß... :o)
ich les' dich gern.verstehe dich zwar nicht immer,ganz oft jedoch und ich schreibe eher selten was dazu.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 24.03.2013, 22:19 
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Beruhigt...
____

Blöd an der Story ist allerdings der weitere Verlauf.

Es ergaben sich Dynamiken die ziemlich fordernd wurden.

Leider ist meine Zeit sehr limitiert, würde mich gern vertiefen.

Die nächsten Wochen aber off.
____

Zum Thema:

Weshalb gibt es einen(ha, ha) „türkischen Kulturverein“; Emotionen bei Länderspielen; bessere Ideen als bei einer Niederlage Italiens lauthals die gegnerische Mannschaft in einer Pizzeria zu feiern; „No Go Areas“ ... ?

Letzteres fällt aus der Reihe und irgendwie auch doch nicht.

Aber vielleicht ist Patriotismus die Einstiegsdroge für Fremdenfeindlichkeit und daher etwas im Verruf, so wie Hasch oder Killerspiele in deren Disziplin.

Dennoch muss man nicht patriotisch sein, wenn man ein Arschloch sein möchte. Bestimmt kann es aber die Angelegenheit vereinfachen, da man sich genügend Konfrontationen ausgesetzt weiß und nicht jeder differenziert wertet ... , oder der Ein oder Andere den Bogen überspannt.
_____

Mit der Fragwürdigkeit des Zufalls kann nicht jeder etwas anfangen.

Ich bin auch der Meinung, dass "Stolz", im Zusammenhang mit der nationalen Herkunft, aus Worten mutierte wie „glücklich“ und „froh“ sowie dem Bedarf dieser/einer Gruppe anzugehören(emotional und nicht linguistisch).

Die damalige politische Debatte um das Thema war nichts wert. Weil es nicht notwendig ist, alles nur auf seine Hülle zu reduzieren.

Leider verstehe ich eben genau das unter Politik ...

Ich schweife ab.

Jedenfalls hoffe ich etwas Aufklärung für meine heimatlosen Zeitgenossen geleistet zu haben;-)

bis dann

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 26.03.2013, 12:22 
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xxx hat geschrieben:
bessere Ideen als bei einer Niederlage Italiens lauthals die gegnerische Mannschaft in einer Pizzeria zu feiern; „No Go Areas“ ... ?

hmm.. 2008,oder 2010,weiß nicht mehr.. hatte ich kurz überlegt ne pizza zu bestellen und den italiener umzulegen,der sie bringt.
patriotismus? sie sind aber nett,unsere italiener um die ecke und als ich ihre freude gesehen habe,hab ich mich mitgefreut,es ging nicht anders :o).
Zitat:
Aber vielleicht ist Patriotismus die Einstiegsdroge für Fremdenfeindlichkeit und daher etwas im Verruf, so wie Hasch oder Killerspiele in deren Disziplin.
klingt richtig.
xxx hat geschrieben:
Jedenfalls hoffe ich etwas Aufklärung für meine heimatlosen Zeitgenossen geleistet zu haben;-)

etwas :o).
positiv betrachtet,hat dieses heimatlose etwas von freiheit.
ja,bis dann..

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 18.04.2013, 09:47 
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Ich möchte versuchen zu erklären, welches Verständnis ich für diese Begriffe erlernt habe.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 18.04.2013, 14:25 
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ja dann, schieß los!


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 20.04.2013, 17:47 
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hab recherchiert und herausgefunden... ich habe einen migrationshintergrund :o).
meine mutter ist aus litauen,ihre mutter auch und ihr vater,irgendsoein zigeuner aus litauen.
gehöre ich jetzt zu den minderheiten?^^ in zwei randgruppen war ich eh schon,inzwischen aber wieder draußen^^ son scheiß,mit den schubladen..
könnt mir vorstellen,dass,wenn man seine ahnen rückverfolgt,viiele menschen einen migrationshintergrund haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 21.04.2013, 12:25 
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Beiträge: 362
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ania hat geschrieben:
hab recherchiert und herausgefunden... ich habe einen migrationshintergrund :o).
meine mutter ist aus litauen,ihre mutter auch und ihr vater,irgendsoein zigeuner aus litauen.
gehöre ich jetzt zu den minderheiten?^^ in zwei randgruppen war ich eh schon,inzwischen aber wieder draußen^^ son scheiß,mit den schubladen..
könnt mir vorstellen,dass,wenn man seine ahnen rückverfolgt,viiele menschen einen migrationshintergrund haben.


Wenn man diesen konsequent zurückführt, dürften es ca. 99% der Menschheit sein^^

_________________
A life on the Anti-Islands


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 22.04.2013, 22:05 
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Beiträge: 1866
kann schon sein :o),aber irgendwo hörts dann wohl auch auf mit der bezeichnung "migrationshintergrund".
großeltern.. urgroßeltern,weiß gar nicht,ob der begriff definiert ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Liebe zum eigenen Land
BeitragVerfasst: 30.04.2013, 09:24 
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Registriert: 28.04.2013, 10:55
Beiträge: 289
edit:

bin wohl vom weg abgekommen ...


Zuletzt geändert von Kascha am 04.05.2013, 12:14, insgesamt 1-mal geändert.

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