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BeitragVerfasst: 03.12.2009, 21:35 
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Alterlos:-)
Warum glaubst ist es relevant für dich, meine Aussage, die hinter meinem Geschwätz liegt,(denn morgen drück ich mich anders aus)zu bewerten? Und was ändert Wissen um meine Zahl an Körperzellteilungen daran? Wenns dir was bringt nenn ich dir gerne Zahlen:-)

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Ahab (oder auch Ishmael):
"Wenn der Mensch zuschlagen möchte muss er durch die Maske schlagen! (...) Manchmal denke ich, dahinter ist vielleicht nix. Aber das genügt mir"
Melville, Moby Dick


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BeitragVerfasst: 03.12.2009, 22:44 
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Ist das nur so ein Eindruck oder wird es hier gerade etwas zickig?

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BeitragVerfasst: 03.12.2009, 23:38 
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auch mal meinen senf dazugeben muss;-):
ich finde, man muss zwischen den extremen versuchen einen "goldenen mittelweg" zu finden. wir versuchen auch unseren kindern entscheidungsspielräume einzuräumen und möchten natürlich auch, dass eigenständige persönlichkeiten aus ihnen werden.
dennoch finde ich gewisse regeln und vorgaben schon sehr wichtig, gerade bei kleineren kindern. zum einen, weil ich denke, dass sinnvolle regeln ein harmonisches zusammenleben fördern. z.b. geregelte gemeinsame mahlzeiten (die müssen dann nicht immer um punkt 6 uhr stattfinden;-), hauptsächlich geht es da um den austausch und das miteinander..).
ich fahr schon so ein bißchen darauf ab, den kindern ein gewissen "rahmen" zu bieten, den ich jedoch versuche ausreichend weit zu stecken. meiner meinung nach brauchen kinder auch klare grenzen. diese grenzen werden immer wieder ausgetestet und neu gesteckt, aber sie vermitteln den kindern sicherheit.
auf der anderen seite müssen sie natürlich auch mal negative erfahrungen machen dürfen und so die konsequenzen für eigenes handeln /eigene entscheidungen spüren...dem jeweiligen Alter entsprechend.

ich selbst bin in einer familie aufgewachsen, wo es überhaupt keine regeln oder irgendeinen plan gab. wir waren 4 kinder und unsere eltern waren uns überhaupt nicht gewachsen. es herrschte reines chaos und absolutes desinteresse. wir konnten jederzeit tun und lassen was wir wollten, grenzen gab es keine und ich glaube, die hätten wir bitter nötig gehabt. ich hab mich als kind danach gesehnt, dass sich jemand mit mir auseinandersetzt und mir auch mit auf den weg gibt, was "gut" und "schlecht" ist. ich war die jüngste und hab unter diesen umständen total gelitten. für mich war nachher die endstation das heim..
gut, ist jetzt vielleicht ein krasses beispiel, aber ich geb mir wohl auch durch diese erfahrungen beeinflusst mühe, "etwas mehr" struktur reinzubringen...


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BeitragVerfasst: 04.12.2009, 00:48 
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mitches: ich denke, ich habe höflich genug gefragt.

anina333: die Zahl an sich ist nicht so wichtig, Du darfst sie gerne für Dich behalten. Mir ging es darum, ob Deine hier vertretene Meinung einem unerfahrenen Teenagergehirn entspringt oder dem einer erwachsenen Frau. Ich werde diese Meinung nicht kommentieren, denn Dein letzter Beitrag sagt mir irgendwie, dass es relativ sinnlos wäre, mit Dir diskutieren zu wollen. Außerdem will ich mitches nicht ärgern ;o)

strandperle: Hurra! Hurra!! Es ist noch nicht alles verloren... ;o) Das, was Du mit Deinen Kindern machst, heißt autoritativer Erziehungsstil. Nach Diane Baumrind definiert der sich so:

Zitat:
Eltern setzen ihren Kindern klare Grenzen; innerhalb dieser Grenzen wird den Kindern beträchtliche Autonomie eingeräumt und auf deren Bedürfnisse eingegangen.


Ups... jetzt hab ich wohl doch meine Meinung verraten ;oP
Ich kann euch im Gegensatz dazu noch die anderen 3 Erziehungsstile erzählen, ihr könnt euch dann selbst einordnen und euch aussuchen, was euch am besten gefällt.

Zitat:
permissiv: Eltern reagieren auf die Bedürfnisse ihrer Kinder und verlangen nicht, dass sie sich selbst regulieren oder sich angemessen verhalten.

zurückweisend/ vernachlässigend: Eltern setzen dem Verhalten ihrer Kinder keine Grenzen und kontrollieren es auch nicht, bieten keine Unterstützung, sind auf eigene Bedürfnisse konzentriert.

autoritär: Eltern gehen nicht auf die Bedürfnisse ihrer Kinder ein und neigen dazu, ihre Anforderungen durch die Ausübung von Gewalt, Drohungen und Strafen durchzusetzen.


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BeitragVerfasst: 04.12.2009, 02:35 
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Für über 6,8 Milliarden Menschen wirds in der Schublade aber ganz schön eng!
Ist es etwa nicht möglich, Kinder ihre Entscheidungen zu lassen und zugleich einen verlässlichen Halt zu bieten?
Eine liebevolle Autorität bietet doch zwangsläufig Klarheit, Orientierung und Ordnung. Seine Existenz und Lebensführung wirkt doch unmittelbar auf das Kind ein!
Ich nehm das Bsp. mit den Mahlzeiten. Regelmäßg nehme ich Mahlzeiten ein, das Kleene weiß wann es zu futtern gibt..entschließt sich dennoch, weils nun mal gerade lieber in der Nase popelt, ne Stunde später anzurücken..Essen vorbei..Kind darf gern einkaufen und sich selbst was zubereiten oder es gibt halt nix. Ich glaub der Sprössling sitzt dann schon öfter am Tisch, als dass er fehlt.

@Strandperle: Bestrafst du denn dein Kind, wenn es gegen die Regel verstößt und wenn ja, wie?
Deine Eltern scheinen selbst völlig orientierungslos und überfordert (gewesen)zu sein, wie sollen sie da nen ordnenden Halt vermitteln können? Ich glaub es war sogar in dem Fall "besser" dem Chaos seinen Lauf nehmen zu lassen, als zu tun als ob sie den Plan hätten..du hast bestimmt mehr Erfahrungen gesammelt, als wenn willkürliche Bestrafung diese beschränkend getrübt hätte..Das schmälert zwar nicht dein erfahrenes Leid, ich glaub deine Eltern konnten es nicht besser.

@chaoszora: Mein Hirn ist zwar mit seinem viertel Jahrhundert nicht mehr ganz so jugendlich frisch, möchte dennoch "parteiergreifend" anmerken, dass gerade Jugendliche doch direkt dem Erziehungsgeschehen entspringen und auch noch in wacher Erinnerung an die Kindheit. Gerade deren Wahrnehmungen sind interessant zu erfahren, erleben sie doch sowohl Kindheit, als auch Erwachsenendasein in sich,

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BeitragVerfasst: 04.12.2009, 18:13 
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ich sag auch nicht, dass ich nicht an den Wahrnehmungen und Erfahrungen Jugendlicher interessiert bin, ich geh damit bloß anders um. Und in Bezug auf Kindererziehung würde ich mal behaupten, dass die Meinung eines Jugendlichen gerade wegen der noch frischeren Erinnerungen nicht wirklich objektiv sein kann- sofern es bei dem Thema überhaupt Objektivität geben kann- weil man sich von seinen Erfahrungen ja auch erstmal distanzieren muss, um sie objektiv bewerten zu können.

Mit 18, 19 hätte ich Dir gesagt, meine Eltern sind scheiß Spießer, die mir viel zu viel verboten haben, mir nicht genug Freiheiten gelassen haben etc. blah... heute denke ich, dass sie sicherlich auch Fehler gemacht haben, dass aber trotzdem ein einigermaßen anständiger Mensch aus mir geworden ist, und dass sie bei einigen Sachen einfach Angst um mich hatten- berechtigterweise.

Eine Schulfreundin von mir hatte solche Eltern, die ihr nichts verboten haben und nie Stress gemacht haben- jetzt hat sie nen Junkiefreund mit HepC, ist wahrscheinlich selber auf H, hat weder nen Schulabschluss noch ne Ausbildung (mit Ende 20)- kurz: ihr Leben ist einfach mal versaut. DAS kann nämlich passieren, wenn man Kindern zu viele Freiheiten lässt.

Ich behaupte nicht, dass es passieren muss, es kommt auch auf die Persönlichkeitsstruktur der Eltern und vor allem des Kindes an, aber generell ist es für mich eine Tatsache, dass Kinder Regeln und Grenzen brauchen, weil das, wie Strandperle ganz richtig sagte, Sicherheit vermittelt. Nebenbei verstehen Kinder erst ab ca. 4 Jahren, was Absichtlichkeit ist und dass es sowas wie Überzeugungen gibt. Deine Idee von dem leuchtenden Vorbild funktioniert also sowieso erst ab einem gewissen Alter. Dann sehe ich da noch das Problem, das Kinder ganz andere Bedürfnisse haben als Erwachsene, z.B. ein anderes Schlafbedürfnis. Du wirst aber sicher keine Lust haben, um 8 ins Bett zu gehen. Wie bringst Du denn Dein Kind dazu, schlafen zu gehen, wenn es Dir sagt: "Mami Du gehst ja auch noch nicht ins Bett, dann will ich auch aufbleiben". Wird schon merken, wenn es müde ist, oder wie? Und besonders liebevoll finde ich Dein Essensbeispiel übrigens auch nicht, das geht in meinen Augen Richtung Vernachlässigung. Abgesehen von der Tatsache, dass Kinder beim Spielen gerne mal die Zeit vergessen. Pech gehabt? Sehr liebevoll.

Insgesamt frage ich mich gerade, ob Deine Erziehungsideen aus einer irgendwie gearteten praktischen Erfahrung mit Kindern resultieren oder doch eher aus Deinen eigenen Erinnerungen, aus denen Du Dich emotional noch nicht befreit hast.

Und zu dem, was Du Strandperle geantwortet hast: es war besser, dem Chaos seinen Lauf zu lassen, als so zu tun, als ob sie Plan gehabt hätten??? Bitte wie???? Was machen wir denn allesamt? Hat irgendjemand überhaupt einen Plan davon, wie die Welt und das Leben funktionieren? Tun wir nicht alle bloß so als ob? Und wenn man ein Kind bekommt, dann sollte man gefälligst den Arsch zusammenkneifen und sich mal am Riemen reißen- oder ne Therapie machen, was sowieso der Großteil der Bevölkerung tun sollte.


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BeitragVerfasst: 07.12.2009, 00:00 
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@anina: ob bestrafen der richtige ausdruck ist, weiß ich nicht. sie spüren auf jeden fall eine konsequenz. beim essensbeispiel wäre es zum beispiel, dass es dann nur noch ein trockenes brot gibt, also nix mehr mit lecker essen;-). muss aber dazu sagen, dass das noch nie vorgekommen ist. ich sag immer ein bißchen im voraus bescheid, dass es dann gleich essen geben wird, dann können sie sich innerlich schon mal auf eine pause oder ein ende des spiels einstellen...
hab aber wohl glück mit 2 recht pflegeleichten kindern. richtig ärger gibt es selten. generell versuche ich aber immer, mit dingen zu "strafen", die direkt mit dem "vergehen" in verbindung stehen. also nicht "du hast dein zimmer nicht aufgeräumt, jetzt darfst du nicht fernsehen!";-)

@chaoszora: nein, ich fand es auch nicht "besser", dass meine eltern das chaos zugelassen haben. es ging, wie bereits geschrieben, so weit, dass wir im heim gelandet sind, daher war das chaos schon grobe vernachlässigung, denn sooo schnell ging das auch damals mit dem heim nicht. stimme dir zu, dass es viel mit der persönlichkeitsstruktur des einzelnen zu tun hat, was dann im späteren leben daraus wird.

wir waren 4 geschwister, also sozusagen "aus einem stall": mein ältester bruder und ich sind relativ "normal" aus der geschichte rausgekommen, unsere beiden mittleren brüder sind hingegen ziemlich abgestürzt. mag daran liegen, dass mein ältester bruder und ich ein sehr enges verhältnis hatten und immer noch haben. so hatten wir zumindestens uns und dadurch auch irgendwo einen halt. außerdem sind wir beide meister im verdrängen und können das ganze irgendwie "abkapseln".
einer meiner brüder hatte mal eine therapie bei einer psychologin als bewährungsauflage (also einer der beiden, bei dem es ziemlich daneben ging im leben) und wir anderen geschwister sollten zu einer sitzung dazukommen, wo es um die "aufarbeitung von kindheitserlebnissen" ging. ich war da schon sehr skeptisch, aber wollte meinen bruder natürlich so gut es ging unterstützen. als es dann dort um einzelheiten von damals ging, habe ich es ganze 20 minuten ausgehalten, danach musste ich gehen, weil mir das einfach zu heftig wurde und ich das nie wieder so nah an mich heranlassen will und kann.

als ich dann selber mit unserem ersten kind schwanger war, kamen natürlich auch so einige erinnerungen hoch und ich hab,obwohl leo ein echtes wunschkind war, richtig angst bekommen, dass ich als mutter auch total versagen könnte, so nach dem motto: die geschichte setzt sich fort...
zum glück hatte ich da meinen juli, der mir mit stoischer geduld versicherte, dass ich eine super mama sein würde;-).
zum glück waren meine ängste da unbegründet. ich kann mir heute gar nicht vorstellen, selbst eine so miese mutter zu sein, da ich meine kinder viel zu sehr liebe und das verhalten meiner eltern in keinster weise nachvollziehen kann.

geb dir aber recht: wenn man kinder bekommt, muss man sich am riemen reißen. die eigene orientierungslosigkeit kann in meinen augen keine entschuldigung sein und auch keine vernachlässigungen rechtfertigen!


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BeitragVerfasst: 07.12.2009, 00:50 
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Ähh..ich hab den Eindruck du projeziertst eine festgefahrene Konstruktion deiner Vorstellung auf meine Ansicht nem Sprössling beim Wachstum helfend beizustehen.
Was so alles passieren kann wenn man mehrere Faktoren gleichzeitig betrachend berücksichtigt, darüber will ich aufgrund der zahlos vorhandenen Möglichkeiten nu wirklich net eingehen.
Das es ebenfalls Junkies gibt, deren Eltern deinen Vorstellungen entspringen, is ja wohl klar!
Alles was ich hier tun kann ist mich virtuell in ne Elternrolle reinzubegeben und holoistisch von meinem Sein aus betrachtend, den für mich momentan optimalen Umgang durchzuspielen.
Alles andere bringt hier weder mir noch anderen was (wenn ich z.B mit in Betracht zöge, ne morbide psychisch kranke vernachlässingende Person zu sein. Is klar, dass es Kind net gut dabei ergehen wird...NUR indem ich Kindern in ihrer Entscheidungskraft beschneide, wirds dadurch auch net besser...eher schlechter für die Entwicklung des Kindes bestellt sein. Mein Standpunkt ist, mein Nachkomme soll die Chance haben und darin unterstützt werden, besser zu sein wie ich! Es ist auch Sinn und Zweck seines Daseins! Das kann es nur, indem es manches anders macht, wie ich es für richtig halte. Vielleicht ist mein Glaube etwas sei gut und richtig für "mein" Kind nicht wahr und mein Kind entscheidet sich für etwas, was ich für schlecht halte, dabei führt diese Entscheidung zur Erkenntnis (die ich ihr vielleicht nicht hätte bieten können)
Ich möchte meinem Zögling alles was ich bin und habe, was ich gelernt und erkannt habe, also mein Leben anbieten und zu Verfügung stellen. Das Kleene bekommt alles geballert was ich weiß und habe, mehr als das was ich bin, kann ich nicht geben. Was es mit meiner Lebensquintessenz anfängt, soll allerdings das Wesen selbst entscheiden.
Da ich diesem Wesen nahe sein möchte, soll es mir vertrauen können, komme was wolle. Das gelingt indem wir uns absolut offen und aufrichtig begegnen. Dann ist es auch einfacher Impulse zu setzten, sprich ich habe nen enorm viel größeren Einfluss auf Leben und Entscheidungen, wenn Kind weiß, dass ich immer hinter ihm stehe. Was nützt es uns, wenn es mich anlügt damit ich beruhigt bin und mir keine Sorgen mache, weil es mich liebt, und dann doch Drogen ausprobiert?
Was jetzt kommt hört sich verrückt an und ich weiß auch nicht, ob ich tatsächlich die nötige Courage und Liebe in mir hätte, um es umzusetzten:
Wenn mein Repertoire und Argumentationskraft nicht ausreicht, um meinen Nachkomme von der Sinnlosigkeit seines Vorhabens zu überzeugen sich H zu spritzten, würde ich es ebenfalls tun. Ich kann am besten beistehen, wenn ich am Erfahrungsprozess teilhabe und wenn wir beide dabei draufgehen. Menschen nehmen Ratschläge und Hilfe selten von anderen an, wenn sie glauben sie hätten selbst keine Ahnung (sprich wenn die eigene Erfahrung fehlt)

@chaoszora: mich nervt leicht deine "quasi Unterstellung" in meinem Modell sei Kommunikation und Reibungsfläche wie nicht existent. Selbst nem Kleinkind (ich kenn ne Kleene 2jährige die nen vorbildlich klaren+vielfältigen Wortschatz besitzt)kann man deutlich glaubhaft machen, dass es gewisse Differenzen zwischen Erwachsenem Dasein und dem Eigenen gibt.
Und wenn es um 8 quicklebendig ist, versuche ich bestimmt nicht ihm einzureden es sei müde...dann isses eben länger auf. Und natürlich besteht die Möglichkeit ein Kind ans Essen zu erinnern, wenn es versunken spielt..wenn es aber eben net mag, zwinge ich es nicht.
Falls es mir als Elternteil persönlich wichtig wäre, gemeinsam geregelt zu speisen, mag meine Reaktion dir vielleicht lieblos erscheinen, doch ist sie wirkungsvoll. Nicht alles was ich aus tiefer Liebe tue muss ne liebliche Erscheinung haben!
Und nochmal deutlicher:
Als freiheitgewährende Mutter führe ich kein geisterhaftes Schattendasein, sonder zeige ne spürbar deutliche Präsenz!
Als Persönlichkeit achte ich natürlich darauf, dass mein Leben und meine Grenzen beachtet und respektiert werden. Ich selbst bin der Rahmen und die Sicherheit für das Kind. Das genügt!
Und gerade weil wir sowenig Plan haben nützt es wenig, diese zum Gesetz erhebend der Folgegeneration einzuimpfen. Diese kann ein wenig planvoller die Erde verlassen wie wir!
Meine Ansichten sind ein Gefüge von allem was ich Erfahren habe und was ich als erlerntes Wissen bezeichnen würde.
Genügt dir das oder hättest du die Erfahrungen lieber erläutert?
Natürlich lerne ich weiter und kann erst in Spe anhand eigener Kiddies dieses Wissen anwendend erweitern und präzisieren.

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BeitragVerfasst: 07.12.2009, 01:09 
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Ups..ging nicht an dich Strandperle! "Besser" wollt ich nicht unbedingt sagen, eher, dass du's net genau wissen kannst, obs für dich gesünder war im Endeffekt im Heim zu sein, oder bei deinen Eltern zu bleiben. Hätten sie es wirklich geschafft sich am Riemen zu reißen? Man weiß es net.
Ne Therapie hilft meiner Meinung nur, wenn man wirklich selbst will und bereit sich innerlich zu wandeln.
Manche erkennen zwar, dass sie Hilfe brauchen, doch vollziehen sie nicht die endgültige dauerhafte Änderung.
Die jahrelang in Anspruch genommene Therapie ist oft kaum wahrnehmbar

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BeitragVerfasst: 07.12.2009, 01:29 
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grade nur eine kurze Antwort, denn mir gehts momentan nicht so gut, vielleicht später mehr. Allerdings habe ich den Eindruck, wir wollen einander nicht verstehen. Im Prinzip meinen wir, glaube ich, nicht so furchtbar verschiedene Sachen, mir ist bei Dir nur ein bißchen zuviel kindliche Autonomie im Spiel.
Ich habe mehrfach erlebt, wie Mütter ihre 1jährigen Kinder im Supermarkt fragen: "Möchtest du dich jetzt fotografieren lassen?" und auf diese Frage anscheinend eine ernsthafte, reflektierte Antwort erwartet haben. Wenn Du mir jetzt erzählen möchtest, dass ein Kind mit 12 bis 18 Monaten von dieser Frage in einer fremden, unruhigen Umgebung im Angesicht einer völlig fremden Frau nicht hoffnungslos überfordert ist, dann gebe ich die Diskussion an dieser Stelle auf. Wenn Du mir zustimmst, habe ich Deine Aussagen wahrscheinlich zu sehr in diese Richtung fehlinterpretiert.
Auf der anderen Seite glaube ich, dass Du- absichtlich oder unabsichtlich- mir zu starke Bevormundungstendenzen unterstellst, was mir übrigens auch auf den Senkel geht. Ich sage nicht, dass Kinder nicht selbst entscheiden sollen, ich sage nur, dass es dafür einen Rahmen geben sollte, der auch den Entwicklungsprozess des Kindes berücksichtigt, und dass manchmal ein "Basta" auch reichen muss- vielleicht weil keine Zeit ist, dem Kind zu erklären, dass es nicht auf den Schienen spielen darf, weil der Zug nur noch 200m entfernt ist.


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BeitragVerfasst: 07.12.2009, 01:35 
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anina333 hat geschrieben:
Die jahrelang in Anspruch genommene Therapie ist oft kaum wahrnehmbar


eben weil die Leute denken, wenn sie ne Therapie machen, wird ihnen geholfen, i.S.v. "der Therapeut macht", und raffen nicht, dass der Therapeut bestenfalls dazu anregen kann, dass sie selbst was tun!!!

Ich denke aber, wenn Eltern mit 4 Kindern überfordert sind, waren sie das vielleicht auch schon mit 2 oder 3 Kindern, evtl. sogar schon mit einem. Warum verdammt nochmal kriegen die dann noch mehr Kinder???


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BeitragVerfasst: 07.12.2009, 02:59 
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Ah ne...der gute alte Interpretationsschwachsinn;-)
Warum sollt ich Blödsinn anbieten? Meintest du eher meine Ausage aufgefasst zu haben alla kricherische Dienerin meines Kindes? Überzogen inetwa: Stöpsel findet mein neues Branding cool ich daraufhin: Möchtest du auch eins? Oder eher wie die Scheissegelbraut: Mach doch einfach mal was du willst und lass mich schön in Ruhe!
Selbstverständlichkeiten, wie jmd unnötigerweise in den sicheren Tod laufen zu lassen, dacht ich bräucht ich net extra erläutern

Ich wollte dir auch fein gar nix unterstellen, zumal du mir gar keine Fläche bietest, die ich "auseinandernehmen" könnte. Die Aussage, nen weit gesteckten Rahmen zu bieten, is zwar nett, find ich gut, ist aber vage. Ziemlich viele Familien würden sich wahrscheinlich diesem Stil zuordnen, doch übereinstimmen tät ich sicher mit wenigen.
Ich hab lediglich versucht meine Meinung zu verdeutlichen, da ich mich missverstanden fühlte. Wirklich zu erfassen was ich meine ist bestimmt nicht einfach auf die Schnelle möglich. Das gelingt schnell im Erleben (da Kommunikation jenseits von Worten die wichtigere ist)und ist tatsächlich eher ungewöhnlich
ich denk wir können das Ganze jetzt ruhigen Gewissens belassen:-)
Gutes Nächtle und gute Besserung

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BeitragVerfasst: 07.12.2009, 03:01 
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Tja warum wir so dumm sind ständig Fehler zu wiederholen wüsst ich auch mal gern! Scheint ne menschliche Schwäche zu sein!

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BeitragVerfasst: 07.12.2009, 17:31 
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@ Strandperle:
Zitat "die eigene orientierungslosigkeit kann in meinen augen keine entschuldigung sein und auch keine vernachlässigungen rechtfertigen!"

Es ist aber die Erklärung! Was ich nicht in mir trage kann ich wohl kaum anderen vermitteln! Wie soll das gehen?
Wenn ich tschaikowsky innerlich nicht hören kann, werd ich wohl kaum seine Melodie singen können!
Wenn ich mich allerdings dann noch in der Überzeugung übe "Alle meine Entchen" sei ein Werk Tschaikowskys und Ahnungslosen dies verkaufe, ist das pure Verkorksung!
Ich entschuldige nicht deine Eltern! Sie hätten bei vorhandenem Willen, Wunsch, Verlangen jederzeit in sich erschaffen und somit sichtbar machen können, woran es mangelt.
Tschaikowasky Stücke aufsuchen, hören, verinnerlichen, nachspielen...und weitergeben.
Vielleicht war es ihnen zu anstrengend, sie selbst zu mutlos, oder haben selbst nicht daran glauben können ähnlich genial sein zu können oder gar zu dürfen!
Du hattest Sehnsucht nach dem fehlenden Part in der Melodie des Lebens und hast dir die Mühe gemacht zu lernen, was deine Eltern verpasst haben. Sicher war das anstrengender wie wenn das Stück einfach von Anfang an komplett gewesen wär. Und deine Kiddies können nun mit Tschaikowaskys Melodien kreativ herumexperimentieren und Neues entstehen lassen!
Dennoch..indirekt gibst du zu verstehen, dass du deinen Schmerz deckelst. Vergrabene Ängste kommen immer irgendwann an die Oberfläche und dein Leben wird sie dir spiegelnd zeigen. Vielleicht kennst du Lebenssituationen die du dir nicht gern genauer betrachtest...die du ignorierst oder in deinem Sinne uminterpretiertst. Da liegen verborgene Wachstumschancen. Angst und Schmerz neutralisieren sich, wenn man Bereitschaft zeigt ihnen zu begegnen. Da hinschauen, wo die Angst versucht dich wegblicken zu lassen, gerade das tun, was dir unangenehm ist. Kann ich nur empfehlen...
Kurz zum Essensbsp.:
Ich kann nicht so recht nachvollziehen (nehm Position des Kindes ein) warum ich mir nicht noch auf mein trockenes Brot Wurscht und Käse drauflegen sollte, (oder was eben im Kühlschrank ist) Wenn nichts anderes da ist, ich zu faul bin, esse ich was ich greifen kann, in dem Fall trockenes Brot.
Aber wenn deine Kinder sowieso natürlicherweise gerne Spiel und Spass sein lassen, weil ihnen gemeinsamer Schmaus mehr Freude bereitet, ist doch eh alles prima!
Du könntest höchstens versuchen interesseheitshalber herauszufinden, ob sie tatsächlich so gut in deinem Sinne funktionieren, weil es für sie ne Bereicherung ist, oder ob sie es tun, weil sie wissen , dass es dich erfreut und es ihnen auch nix ausmacht für dich zurückzustecken. Wahrscheinlich beides..spannend wirds später, wenn Essen mit Familie in den Hintergrund rückt, zugunsten schöner Zungenspiele.

Zitat: "generell versuche ich aber immer, mit dingen zu "strafen", die direkt mit dem "vergehen" in verbindung stehen. also nicht "du hast dein zimmer nicht aufgeräumt, jetzt darfst du nicht fernsehen!;-) "

Ich finds generell produktiver, das was ich erziehlen möchte, so schmackhaft und spannend wie's geht anzubieten, statt was mir missfällt spürbar zu machen. Ich zeige wie viel Spass es bereiten kann, Ordnung is Chaos zu bringen. Sie können sich der sichtbaren Freude nicht entziehen und machen mit. Das ist irgendwann einfach "drin" und bedarf dann keiner ständigen Widerholung der "Aufräumparty". Ordnung wird zur Selbstverständlichkeit. Spätere pupertäre Chaoshölen haben ihre Berechtigung..sie folgen anderen Gesetzen:-)
Wünsch dir weiterhin alles gute und eine bereichernde Mutterschaft:-)

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BeitragVerfasst: 07.12.2009, 23:30 
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hallo anina:-),
ich will jetzt überhaupt nicht klugscheißerisch daherkommen (obwohl das jetzt wahrscheinlich so klingt): du machst dir viele gedanken, was ich klasse finde, aber ich denke, bei so einigen dingen klafft es da ganz schön zwischen theorie und praxis. mir persönlich ist es z.b. bei so alltäglichen dingen wie essen relativ egal, ob meine kinder dann am tisch sitzen, weil es für sie bereichernd ist oder sie mir einen gefallen damit tun...
was mir noch so ins auge gefallen ist: du schreibst, man nimmt ratschläge eher von menschen an, die selbst bestimmte erfahrungen gemacht habe. da gebe ich dir vollkommen recht, bei einem beispiel wie "h-konsum" und "dann würde ich mir auch was spritzen um die erfahrung teilen zu können" frage ich mich allerdings, ob das dein ernst ist?!

Du schreibst:
"Dennoch..indirekt gibst du zu verstehen, dass du deinen Schmerz deckelst. Vergrabene Ängste kommen immer irgendwann an die Oberfläche und dein Leben wird sie dir spiegelnd zeigen. Vielleicht kennst du Lebenssituationen die du dir nicht gern genauer betrachtest...die du ignorierst oder in deinem Sinne uminterpretiertst. Da liegen verborgene Wachstumschancen. Angst und Schmerz neutralisieren sich, wenn man Bereitschaft zeigt ihnen zu begegnen. Da hinschauen, wo die Angst versucht dich wegblicken zu lassen, gerade das tun, was dir unangenehm ist. Kann ich nur empfehlen... "

Theoretisch gebe ich dir auch hier recht. Ich für mich kann jedoch sagen, dass ich dazu (zumindest momentan) nicht in der Lage bin. Generell ist das sicher wünschenswert, aber auch hier muss jeder selbst entscheiden, ob und wie weit er sich mit solchen Dingen auseinander setzen kann/möchte oder auch muss.
um es kurz in meinem fall zu erläutern:
vor ca. 2,5 jahren wollte mein lieblingsbruder "akteneinsicht" in unsere akte beim jugendamt nehmen, da die daten dort nur für eine gewisse anzahl von jahren gespeichert werden. er bat mich, mitzukommen, da es ja auch unsere gemeinsame geschichte ist und wir beide zwar angst vor konkreten fakten hatten, es aber dennoch irgendwo wissen wollten, was genau geschah.
der mensch vom amt hatte uns schon vorgewarnt, ob wir uns das wirklich antun wollten, hatte er gefragt... wollten wir aber;-).
na ja, und ich glaube im nachhinein war das keine gute idee. wir konnten diverse einzelheiten nachlesen, die auch jahre später noch weh tun. "kayla spricht schlecht und wenig. sie wirkt verstört und verängstigt. bei der abholung der kinder weint sie. die brüder versuchen die kleine schwester zu trösten und wirken gefasst, während die eltern teilnahmslos das geschehen verfolgen. bemühungen der eltern finden nicht statt, besuchstermine werden nicht wahrgenommen." (hab ich jetzt so gedanklich wiedergegeben, den genauen wortlaut weiß ich nicht mehr).
auch wenn wir natürlich viel von damals noch wissen, war es ganz schlimm für mich und auch für meinen bruder, dass alles nochmal en detail zu erfahren. irgendwie bringt mich das nicht weiter, sondern schmerzt einfach. aber ist halt meine persönlich erfahrung und kann sicher nicht verallgemeinert werden...


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